Hype um Hoffenheim - Sammer: Einbruch kommt

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Deutsche Presse-Agentur

Der Hype um 1899 Hoffenheim nimmt vor dem Rückrundenstart wieder zu, das Warten auf einen Ersatz für Toptorjäger Vedad Ibisevic beim Bundesliga-Herbstmeister hält an.

Zwei Tage vor dem ausverkauften Eröffnungsspiel in der neuen Rhein- Neckar-Arena von Sinsheim erklärte Manager Jan Schindelmeiser nach dem turbulenten Trainingsauftakt: „Wir werden nur dann einen neuen Spieler holen, wenn er uns über die Zeit, in der Ibisevic ausfällt, weiterhilft und auch in unseren wirtschaftlichen Rahmen passt.“

Unterdessen haben DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Ex-Bayern- Coach Ottmar Hitzfeld dem Spitzenreiter eine schwere Rückrunde vor dem Start Ende Januar gegen Cottbus vorausgesagt. „Sie werden mit oben bleiben, aber ich rechne mit einem kleinen Einbruch. Es kommen Begehrlichkeiten, die äußere Einflüsse müssen erst einmal verarbeitet werden. Das ist eine Herkules-Aufgabe für Coach Ralf Rangnick“, erklärte Sammer auf einer Veranstaltung des Fernsehsenders Premiere in Berlin. „Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die absolute Fokussierung auf die Leistung zu erhalten.“

Auch Hitzfeld rechnet bei allen Komplimenten für den Neuling mit einem Abfall. „Ich glaube nicht, dass es noch einmal so spannend wird in der Rückrunde“, sagte der Schweizer Nationaltrainer, der wie Sammer einen souveränen Durchmarsch des FC Bayern voraussagte. Ibisevics' Ausfall sei ein „großer Substanzverlust“. Der Stürmer hatte bisher 18 Tore geschossen und im Trainingslager im spanischen La Manga einen Kreuzbandriss erlitten.

Die Prognosen aber taten dem Riesen-Andrang auf die letzten Dauerkarten in der 30 150 Zuschauer fassenden Arena keinen Abbruch. Innerhalb von Stunden waren die letzten 1500 der 20 000 Tickets vergriffen. Sorgen bereitet aber das Spielfeld. „Das Stadion ist ein Schmuckkästchen, aber der Rasen war schon nach einer Viertelstunde in keiner guten Verfassung“, meinte Rangnick nach der ersten Übungseinheit in der künftigen Wirkungsstätte. „Jetzt hoffen wir auf unseren Greenkeeper“, sagte der 50 Jahre alte Fußballlehrer.

In der 3300-Einwohner-Gemeinde zwischen Heidelberg und Heilbronn mussten Straßen abgesperrt werden. Vor der Geschäftsstelle bildeten sich lange Schlangen, Sanitäter mussten sich um den einen oder anderen Karteninteressenten kümmern, der einen Schwächeanfall erlitt.

Ausverkauft ist auch die Eröffnungsfeier. Der Spitzenreiter tritt gegen eine Auswahl der Metropolregion Rhein-Neckar an. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger wird gemeinsam mit Investor Dietmar Hopp und dem Sinsheimer Oberbürgermeister Rolf Geinert das Stadion seiner Bestimmung übergeben. Nach dem Spiel gibt es eine Multi-Media-Show und Brillant- Feuerwerk.

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