Hooker setzt Höhenjagd fort - Bolt in Form

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Schwäbische Zeitung

Düsseldorf (dpa) - Stabhochsprung-Olympiasieger Steve Hooker setzt die Höhenjagd in Europa fort. Der Australier überquerte beim Hallen-Meeting der Leichtathleten in Paris-Bercy zum dritten Mal in diesem Jahr die Sechs-Meter-Marke, scheiterte aber erneut am Weltrekord.

„Mein letzter Versuch war gut. Ich hoffe, in den nächsten Tagen bin ich frischer“, sagte Hooker nach den gerissenen 6,16 Meter. Zuvor hatte er in New York 6,01 und in Boston 6,06 Meter gemeistert, in Paris siegte er mit glatten 6,00 Metern. Einen starken Saisonstart feierte der schnellste Mann der Welt: Usain Bolt lief über die 400 Meter im heimischen Kingston gute 46,35 Sekunden.

„Ich bin noch nicht in bester Form, doch ich bin froh so gut durchgekommen zu sein“, sagte der dreifache Sprint-Olympiasieger aus Jamaika nach seinem Freiluft-Einstand, der von zehn Fernsehteams aus aller Welt verfolgt wurde. „Die letzte Saison hatte ich mit 46,9 Sekunden begonnen, deshalb ist es eine gute Zeit.“ Auf die Hallen-Saison hatte Bolt, der bei den Peking-Spielen die Weltrekorde über 100 Meter (9,69 Sekunden) und 200 Meter (19,30 Sekunden) verbessert hatte, verzichtet.

Von Hookers-Höhen können die zur Weltklasse zählenden deutschen Stabhochspringer in diesem Winter nur träumen. Bei dem parallel zu Paris stattfindenden Hallen-Meeting am Freitagabend in Düsseldorf konnte nur der 23-jährige Tobias Scherbath überzeugen. Nach seinen in Stuttgart erreichten 5,76 Meter ließ er am Rhein die namhafte Konkurrenz mit 5,70 Meter hinter sich und liegt auf Kurs zur Hallen-Europameisterschaften Anfang März in Turin. Eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen in Leipzig fehlt den Stars noch die Form: Der WM-Dritte Danny Ecker (5,50 Meter), der Olympia-Achte Raphael Holzdeppe und Routinier Tim Lobinger (je 5,40) mussten kleine Brötchen backen. „Mein Ziel ist eine Medaille in Leipzig und das EM-Ticket“, sagte Scherbath.

Eine Leistungsgrenze der Leichtathletik hat auch der französische Newcomer Teddy Tamgho im Visier. Der erst 19-jährige U20-Weltmeister im Dreisprung landete in Paris bei 17,58 Meter und verfehlte den nationalen Rekord nur um einen Zentimeter. „Bei einem Fehlversuch bin ich sicher noch 15 bis 20 Zentimeter weiter gesprungen, dass waren über 17,80 Meter“, meinte Tamgho, der selbstbewusst hinzufügte: „Ich denke, ich habe Weltrekord-Potenzial.“

Auf internationalem Parkett konnte die Mainzerin Anna Battke für einen deutschen Erfolg sorgen. Beim Hallen-Meeting in Valencia siegte sie mit 4,40 Meter im ersten Versuch. Weitspringer Nils Winter erfüllte mit 7,95 Meter erneut die EM-Norm und wurde Dritter. Für die sportlich wertvollste Leistung sorgte in Valencia Nuria Dominguez Fernandez (Spanien), die die 1500 Meter in flotten 4:01,77 Minuten hinlegte.

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