Holger Badstuber bleibt beim VfB Stuttgart

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Holger Badstuber bleibt beim VfB Stuttgart.
Holger Badstuber bleibt beim VfB Stuttgart. (Foto: Marijan Murat / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Wochenlang hat Holger Badstuber nach einem Verein gesucht, mit dem er wieder in der Champions League spielen kann. So wie er das früher mit dem FC Bayern München getan hat. Doch es hat sich keiner gefunden, mit dem er auch eine emotionale Verbindung aufbauen konnte. Zumindest erzählte er das am Dienstag so.

Da verkündete der VfB Stuttgart nicht nur, dass er aller Voraussicht nach den argentinischen Stürmer Nicolás González verpflichten würde, sondern dass der Innenverteidiger Badstuber nun doch auch beim Fußball-Bundesligisten bleiben werde. Dazu schien er nach seinem einjährigen Engagement in der vergangenen Saison zunächst nicht mehr so recht Lust zu haben, nun aber unterschrieb Badstuber bis 2021.

Eine Rolle rückwärts will er darin nicht erkennen. „Das sehe ich überhaupt nicht so“, meinte der 29-Jährige. Stattdessen peilt er seine großen Ziele nun mit den Stuttgartern an. „Deswegen habe ich ja für drei Jahre unterschrieben“, antwortete er auf die Frage, ob auch Stuttgart bald wieder Champions League spielen könne. „Der VfB hat das Potenzial, in einigen Jahren wieder international zu spielen.“

So seien auch die Transfers, die Sportvorstand Michael Reschke in der Sommerpause auf den Weg brachte, „noch mal ein positiver Anreiz“ für ihn gewesen. Zu ihnen wird wohl auch González vom früheren Maradona-Club Argentinos Juniors gehören, für dessen Vertrag „noch ganz kleine Formalitäten“ zu klären seien, erklärte Reschke. Weil das Flugzeug des Argentinos-Managements Verspätung habe, sollte die Unterschrift unter den González-Vertrag am späten Nachmittag folgen. Der Stürmer, der zentral, aber auch auf beiden Außenbahnen angreifen kann, soll rund acht Millionen Euro Ablöse kosten.

Bis 2021 beim VfB: Holger Badstuber (rechts).
Bis 2021 beim VfB: Holger Badstuber (rechts). (Foto: dpa)

Der 20 Jahre alte, laut Reschke mit Schnelligkeit und guter Technik ausgestattete González wäre der siebte Neuzugang des VfB nach Gonzalo Castro, David Kopacz (beide Borussia Dortmund), Rückkehrer Daniel Didavi (VfL Wolfsburg), Pablo Maffeo (Manchester City), Borna Sosa (Dinamo Zagreb) und Marc Oliver Kempf (SC Freiburg).

Diese Namen sind es unter anderem, die Badstuber auf eine erfolgreiche Zukunft der Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut hoffen lassen, auch wenn sich die Clubführung um Reschke nicht auf ein Saisonziel festlegen will. Nach der starken Rückrunde im Frühjahr will sie vor allem eine „stabile“ neue Spielzeit erleben.

Allerdings drängt sich bei dieser Personalie der Verdacht auf, dass Badstubers Verlängerung auch etwas mit der ungewissen Zukunft von WM-Shootingstar Benjamin Pavard zu tun hat. Reschke sprach angesichts von nun fünf Innenverteidigern im Kader zwar davon, dass Korkut auch an ein System mit Dreier-Abwehrkette denke, dennoch hat der VfB nun reichlich viel Personal für die Abwehrzentrale. Sollte also doch noch ein Angebot für Pavard jenseits von 50 Millionen Euro ins Haus flattern und der junge Franzose nicht wie gewünscht bis 2019 in Stuttgart bleiben, wäre mit Badstuber der Ersatz bereits vorhanden.

Wobei sich Badstuber nicht im entferntesten als Notnagel sieht, im Gegenteil: Er will Verantwortung übernehmen und peilt hohe Ziele an. Mit seinem Jugendverein VfB will er etwas aufbauen, „was vielen Menschen hoffentlich lange in Erinnerung bleiben wird“. In Stuttgart könne etwas entstehen, sagte Badstuber. Bleibt für ihn und den VfB zu hoffen, dass er nach seiner langen Verletzungsgeschichte künftig verschont bleibt von Blessuren.

Während Badstuber seiner Bayern-Mentalität entsprechend sogleich eine Führungsrolle für sich sieht, soll González langsam aufgebaut werden. Der Ersatz für den zum VfL Wolfsburg verkauften Daniel Ginczek „soll in der Hinrunde in die Mannschaft reinwachsen“, erklärte Reschke. „Er wird uns auf Strecke weiterbringen.“

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