Hoffnungsträgerin Ackermann will späten Slalom-Frühling

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Christina Ackermann
Will beim ersten Slalom der Saison gleich überzeugen: Christina Ackermann. (Foto: Michael Kappeler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Manuel Schwarz und Maximilian Haupt

Der Damen-Slalom war jahrelang die Problemdisziplin der deutschen Skirennfahrer und Christina Geiger so etwas wie das Gesicht der Krise.

Das Potenzial war grundsätzlich da bei der erfahrenen Allgäuerin, zaghafte und risikofreie Vorstellungen aber bescherten ihr und dem Team regelmäßig Enttäuschungen. Nun soll alles anders sein - das beginnt schon beim Namen. Die Sportlerin hat geheiratet und geht beim Slalom von Levi am Wochenende als Christina Ackermann in ihre zwölfte Weltcup-Saison. Und nach dem Rücktritt von Felix Neureuther ist ausgerechnet sie die größte Hoffnungsträgerin des Deutschen Skiverbands (DSV) für eine vordere Slalom-Platzierung.

„Es läuft richtig gut, geht einfach von der Hand, und ich muss mir keinen Kopf machen, wenn ich fahre“, erzählte die 29-Jährige der Deutschen Presse-Agentur zuletzt. Jetzt soll der Ertrag rausspringen beim Rennen am Samstag (10.15/13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) nördlich des finnischen Polarkreises mit Rentier- und Weihnachtsmann-Ambiente. „Ich bin fit und zuversichtlich, dass ich die Saison so beginnen kann, wie ich die letzte aufgehört habe“, sagte Ackermann.

Die Oberstdorferin lächelt zufrieden, wenn sie an den vorigen Winter denkt. Der hatte zwar so enttäuschend begonnen wie so viele davor. Doch mit dem Jahreswechsel startete sie durch. Sechs Top-Ten-Plätze nacheinander im Weltcup sprangen heraus, als Höhepunkt raste sie beim Parallel-Rennen im Flutlicht von Stockholm auf Platz zwei und damit zur besten Platzierung ihrer Weltcup-Karriere. Geschlagen wurde sie nur von Slalom-Dominatorin Mikaela Shiffrin aus den USA.

Für Ackermann waren jene Wochen eine große Genugtuung, nachdem die Junioren-Weltmeisterin von 2010 die Erwartungen als Nachfolgerin von Erfolgsgarantin Maria Höfl-Riesch nicht erfüllte, gar um ihren Kaderplatz fürchten und sich zeitweise selbst finanzieren musste. Sie hofft, in einem späten Karriere-Frühling noch mal richtig aufzublühen. „Ich bin mittlerweile ja schon fast die Älteste im Slalom.“

Linus Straßer ist mit 27 Jahren ebenfalls nicht mehr der Jüngste - und soll deshalb auch endlich zeigen, was in ihm steckt. „Linus hat das Potenzial“, meint der neue Herren-Cheftrainer Christian Schwaiger.

Der Coach muss am Sonntag (10.15/13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) ohne Erfolgsfahrer Neureuther eine konkurrenzfähige Slalom-Truppe aufbauen - eine schwere Aufgabe. „Im Slalom ist einer unter den besten 30. Das ist nichts. Das muss sich ändern“, unterstrich Schwaiger. Jener Fahrer ist Dominik Stehle auf Platz 30. Eine Top-Platzierung in Levi wird bei den Männern keinem zugetraut - ganz anders als Christina Ackermann im Torlauf der Frauen.

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