Hoffenheims Torjäger Ibisevic jongliert wieder

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Deutsche Presse-Agentur

Jonglieren kann er bereits wieder - lachen schon längst. Torjäger Vedad Ibisevic, dessen Kreuzbandriss den Bundesliga- Herbstmeister 1899 Hoffenheim aus der Bahn geworfen hat, schwitzt für sein Comeback.

„Endlich“, meinte der Torschützenkönig der Hinrunde dieser Tage bei einer vorsichtigen Übungseinheit auf dem Trainingsgelände des Fußball-Clubs, „endlich kann ich wieder mit dem Ball spielen: Ein Super-Gefühl.“

Ibisevic schießt sogar wieder - auf einem Trampolin hüpfend den Ball dem Physiotherapeuten Michael Grau-Stenzel in die Arme. Einmal kickt er das Leder sogar jubelnd ins leere Tor. Während die verletzten Demba Ba, Sehad Salihovic und Chinedu Obasi in der Partie beim Hamburger SV wieder im Kader des Aufsteigers stehen sollen, müssen die Hoffenheimer auf ihren Top-Stürmer noch bis zur neuen Saison warten. Das Datum seiner Rückkehr steht in den Sternen. „Selbst die Ärzte können nichts Genaues sagen“, sagte Ibisevic achselzuckend. „Aber mein Knie ist stabil, das ist das Wichtigste.“

Dabei könnten die Hoffenheimer ihren Top-Stürmer so gut brauchen: Am 14. Januar hatte sich der 24-jährige Bosnier im Testspiel gegen den HSV in La Manga die von Fußballern so gefürchtete Verletzung zugezogen. Seitdem feierten die Himmelstürmer von 2008 nur einen Bundesliga-Sieg (2:0 gegen Cottbus), zuletzt gab es fünf Unentschieden nacheinander. Ibisevics Verletzung war der Auftakt einer Serie von Ausfällen, trotzdem hat Ralf Rangnick im Meisterschaftsrennen noch nicht aufgeben. „Alle Mannschaften unter den ersten Sechs haben noch eine Chance auf den Titel“, sagte der Trainer - auch wenn die Hoffenheimer mit einem UEFA-Cup-Platz schon zufrieden wären und Platz eins nach wie vor nicht das Saisonziel ist.

Den derzeitigen fünften Tabellenrang findet auch der Torjäger außer Dienst absolut akzeptabel: „Für einen Aufsteiger ist das sehr gut. Es war klar, dass irgendwann mal eine schwächere Phase kommt“, sagte Ibisevic. Dass es mit dem früheren Aachener besser liefe, bezweifelt keiner. Von Gerd Müllers 40-Tore-Rekord aus der Saison 1971/72, den der Weltmeister von 1974 dem Hoffenheimer vor dessen schwerer Verletzung zugetraut hatte, wollte Ibisevic aber trotz seiner 18 Tore in 17 Spielen ohnehin nie etwas wissen. Mit diesem Wert steht er aber auch nach 24 Spieltagen noch immer an der Spitze der Torschützenliste, inzwischen gemeinsam mit Wolfsburgs Grafite.

Schritt für Schritt kämpft er nun um seine Rückkehr auf den Rasen und aus jeder noch so kleinen Etappe schöpft er Kraft. „Als ich kürzlich das erste Mal wieder alleine zur Toilette gehen konnte, war ich glücklich.“ Kurz nach der Verletzung habe er sich gefragt: Warum gerade jetzt? „Mittlerweile sage ich: Für so etwas gibt es keinen optimalen Zeitpunkt.“

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