Hoffenheims Angriff zündet noch nicht

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Deutsche Presse-Agentur

Das Feuerwerk brannte nur am Himmel über der neuen Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, beim Bundesliga-Herbstmeister 1899 Hoffenheim gibt es noch einige Fehlzündungen.

Der Aufsteiger offenbarte beim Eröffnungsspiel in der 60 Millionen Euro teuren Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim trotz des 6:2 (2:1)-Sieges gegen eine Fußball-Regionalauswahl noch einige Baustellen. „Bei der körperlichen Fitness müssen wir noch 30 Prozent zulegen“, gestand Trainer Ralf Rangnick eine Woche vor dem Rückrundenstart gegen Energie Cottbus. Zudem suchen die Nordbadener immer noch einen Ersatz für ihren Top-Torjäger Vedad Ibisevic (Kreuzbandriss).

Am 31. Januar muss der Tabellenführer auch auf Chinedu Obasi (Muskelverletzung) und Carlos Eduardo (Sperre) verzichten. Daher gilt es als sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten Tagen noch ein Stürmer geholt wird. „Im Angriff haben wir nicht mehr die Qualität wie in der Vorrunde“, räumte Rangnick ein. „Am liebsten würde ich weiter mit drei Stürmern spielen, mit großem Wohlwollen kann ich aber nur zwei Angreifer aufstellen.“ Gegen die Rhein-Neckar- Auswahl war Demba Ba vor 30 100 Zuschauern in der ausverkauften Arena anfangs die einzige Spitze. Die Tore erzielten Selim Teber (26./52. Minute), Wellington (54./56.), Sejad Salihovic (35./Foulelfmeter) und der zur SpVgg Unterhaching abgewanderte Francisco Copado (90.) bei seiner Abschiedsvorstellung für die Hoffenheimer.

Der zweimalige Torschütze Wellington wird nun doch in Hoffenheim bleiben. „Er bekommt eine Chance bis zum Saisonende. Ich hoffe, dass seinen Worten Taten folgen“, erklärte Rangnick nach einem Gespräch mit dem 20 Jahre alten Brasilianer. Der Fünf-Millionen-Euro-Einkauf war in der Vorrunde insgesamt nur 26 Minuten auf dem Rasen. Der Club hatte deshalb erwogen, ihn auszuleihen.

Vor dem Spiel hatten Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), Sinsheims Oberbürgermeister Rolf Geinert (SPD) und Investor Dietmar Hopp das neue Stadion seiner Bestimmung übergeben. Nicht nur Oettinger hofft, dass Ehrengast DFB-Präsident Theo Zwanziger bald wiederkommen wird: Mit der Meisterschale für 1899. „Wir ziehen in ein wunderbares neues Haus“, meinte auch Rangnick. Der Rasen macht ihm aber noch Sorgen: Wegen der Kälte konnte er nicht richtig anwachsen und sah schon kurz nach Spielbeginn ramponiert aus.

Bundesliga-Rückkehrer Timo Hildebrand sieht indessen kaum Chancen für eine Fortsetzung seiner Nationalmannschafts-Karriere. „Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch mal die Möglichkeit gibt“, sagte der neue 1899-Keeper der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Als einen Grund dafür sieht der Ex-Stuttgarter, der in der Winterpause vom FC Valencia kam, sein Alter. „Vielleicht kann ich so gut halten, wie ich will, und werde nicht mehr zurückkommen, weil die Verantwortlichen nur noch mit jungen Torhütern planen“, meinte der 29-jährige Torwart.

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