Hoffenheim rotiert zum Erfolg: Variabel nach Lyon

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Auswärtssieg
Die Hoffenheimer bejubeln den dritten Auswärtssieg in Serie. (Foto: Federico Gambarini / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Morten Ritter

Kaum war der Rekord unter Dach und Fach, da musste Julian Nagelsmann im Hinblick auf die nächste große Aufgabe schmunzeln.

„Das ist für Lyon nicht einfach zu analysieren. Die werden sich das Spiel angeschaut haben und da ist es nicht so einfach zu sehen, was wir am Mittwoch machen“, sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim vor der wichtigen Champions-League-Partie bei Olympique Lyon.

Mit dem überraschend deutlichen 4:1 (2:1)-Erfolg bei Bayer Leverkusen schafften die Kraichgauer erstmals in ihrer Bundesligageschichte drei Auswärtssiege in Serie. Dabei hatte der 31 Jahre alte Coach sein Team nicht nur auf acht Positionen verändert, sondern auch noch verschiedene taktische Varianten präsentiert. „Ich nehme mit nach Lyon, dass wir in der Lage sind, hoch zu verteidigen, aber auch zu kontern und tiefer zu verteidigen“, sagte Nagelsmann.

Die Ausgangslage für das Duell mit dem siebenmaligen französischen Meister ist dem Trainer klar: „Wir müssen zwingend gewinnen.“ Torhüter Oliver Baumann meinte: „Da müssen wir genau die gleiche Leidenschaft auf dem Platz bringen wie heute.“

In der Liga hält die Mannschaft mit der kleinen Siegesserie Anschluss ans obere Tabellendrittel und das trotz der großen Rotation. So standen Spieler wie Havard Nordtveit oder Vincenzo Grifo in der Bundesliga erst zum zweiten Mal für 1899 in der Startelf. „Hut ab vor den Spielern, die zuletzt wenig gespielt haben“, sagte Baumann.

Grifo nutzte die Chance und traf per Foulelfmeter erstmals seit 18 Monaten wieder. „Ich habe Joelinton gefragt, ob ich schießen darf. Ich war sehr sicher. Ich fühle Erleichterung und Spaß, dass ich mal wieder von Anfang an auf dem Platz stehen durfte“, sagte der Mittelfeldspieler, der zudem noch zwei Assists beisteuern konnte. Nagelsmann lobte den Trainingsfleiß von Grifo und Nordtveit und bescheinigte ihnen auch eine gute Leistung.

Matchwinner in einer ansehnlichen und unterhaltsamen Partie waren aber die beiden gefährlichen Stürmer der Hoffenheimer. Der 18 Jahre alte Reiss Nelson erzielte mit einem sehenswerten Kunstschuss den Führungstreffer und traf damit zum fünften Mal im sechsten Spiel und der Brasilianer Joelinton traf erstmals doppelt in einem Bundesligaspiel. Das 1:0 durch Nelson hatte selbst Nagelsmann überrascht. „Die Variante kannte ich noch gar nicht“, meinte der Coach. Seinen jungen Stürmer lobte er aber nicht nur. „Ich bin nicht restlos mit seiner Leistung zufrieden, aber ich freue mich, dass er der Dosenöffner war“, sagte Hoffenheims Coach.

Für die Leverkusener war es ein bitterer Nachmittag, nicht nur weil sie am Ende mit Kontern besiegt wurden, einer Taktik, die ihnen zuvor selbst zu zwei spektakulären Auswärtssiegen mit 11:2 Toren verholfen hatte. „Das war unser bestes Heimspiel der Saison“, befand auch Kapitän Lars Bender. Deshalb zeigte sich Geschäftsführer Rudi Völler auch optimistisch vor dem dem Auftritt in der Europa Legaue gegen den FC Zürich am Donnerstag. „Das wirft uns nicht um. In der Liga hängen wir jetzt in der Mitte fest, in der Europa League wollen wir Gruppenerster werden.“

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