Heynen glaubt wieder an den Titel seines VfB

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Volleyball Bundesliga - 1. Halbfinal Playoff um die Deutsche Meisterschaft - VfB Friedrichshafen vs SVG Lueneburg am 10. April 2
Volleyball Bundesliga - 1. Halbfinal Playoff um die Deutsche Meisterschaft - VfB Friedrichshafen vs SVG Lueneburg am 10. April 2019 in der ZF Arena Ergebnis vor 1375 Zuschauern: 3:0 Für den VfB spielten: 
1 Bartlomiej Boladz 2 Martin Krüger  3 Thilo Späth-Westerholt 4 Andreas Takvam 5 David Sossenheimer 6 Adrian Aciobanitei 7 Athanasios Protopsaltis 8 Jakub Janouch 9 Philipp Collin 11 Daniel Malescha  12 Jakob Günthör 13 Markus Steuerwald 14 Michal Petras Rafael Redwitz Head Coach Vital Heynen SVG Lueneburg: 1 Koslowsky Tyler 2 van Solkema Gijs 3 Schriemer Adam 4 Baxpöhler Noah 5 Kessel Cody 7 Pörner Jannik 10 Pompe Matthias 11 Szeto Ray 12 Krage Florian 14 Schlien Michel 15 Sclater Ryan 16 Thole Konrad Head Coach Stefan Hübner
Crossmedia-Volontärin

Seit Mittwoch glaubt Vital Heynen wieder an den Titel. Seit dem 3:0-Sieg (25:22, 25:23, 25:11) im Play-off-Halbfinale gegen Lüneburg hat der Trainer der Volleyballer des VfB Friedrichshafen das Vertrauen zurück. Das hat auch etwas zu tun mit einem jungen Polen namens Bartlomiej Boladz. „Er hat uns praktisch alleine das Spiel gewonnen – und vielleicht auch ein bisschen mehr“, schwärmt Heynen.

Aber der Reihe nach. Vital Heynen hat mit dem VfB Friedrichshafen fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Seit er im Herbst 2016 die Friedrichshafener trainiert, wurde der VfB jedes Jahr Pokalsieger und holte jedes Jahr den Supercup. Nur die Meisterschaft, die fehlt dem Erfolgstrainer noch. Bevor Heynen die Mannschaft im Sommer verlässt, um sich ganz auf sein Amt bei der polnischen Nationalmannschaft zu konzentrieren, will er diese Lücke unbedingt noch schließen. Das Problem: Seine Häfler haben zwar auch in der laufenden Saison alle nationalen Titel geholt, die sie bis jetzt holen konnten, auf dem Parkett überzeugten sie ihren Trainer aber nur selten.

Lange konnte Heynen auf die Frage, wie gut seine Mannschaft sei, keine klare Antwort geben. Mal fehlte es seinem Team an Konstanz, mal waren die Spieler nicht konzentriert genug.

Auch am Mittwoch litt seine Mannschaft zwischenzeitlich. Gegen einen starken Gegner und einem sehr intensiven, höchst konzentriert zu Ende gespielten ersten Satz, war der VfB kurz davor, den zweiten Satz abzugeben. Lüneburg lag verdient mit 21:18 vorne, als der Häfler Diagonalangreifer Bartlomiej Boladz zum Aufschlag trabte. Boladz sprang hoch, drosch in der Luft mit der linken Hand so auf den Ball, dass der mit derartigem Spin über das Netz flog und für die Lüneburger Annahme völlig unberechenbar plötzlich wie ein Stein in deren Hälfte fiel.

„Wir trainieren seit zwei Jahren diese Aufschläge mit ihm“, sagt Vital Heynen. „Unglaublich schwer“ seien sie. Ein Spieler müsste sich sehr sicher fühlen, um sie zu schlagen. Die Gefahr, dass die Bälle im Netz landen, ist hoch. Am Mittwoch fühlte sich Boladz sicher. Und er bekam einfach nicht genug. Er legte noch zwei nach und brachte nach insgesamt sechs Aufschlägen sein Team in Führung – und seinen Trainer in Verzückung. „So etwas klappt vielleicht einmal im Jahr. Wenn überhaupt. Dass dir so eine Serie gelingt, das ist eine riesengroße Ausnahme“, sagt Heynen. Und weiter: „Wir fahren jetzt nach Hamburg und haben eine Möglichkeit. Wir können am Samstag entweder einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft machen oder wir sind wieder auf null. Aber wirklich verlieren können wir eigentlich nicht.“

Die Voraussetzungen könnten für den VfB vor dem zweiten Halbfinalspiel (Samstag, 20 Uhr) in Hamburg also nicht besser sein. Ein Sieg, und am Mittwoch könnten die Häfler in der eigenen Halle den Finaleinzug klarmachen. Danach wären es nur noch drei Siege bis zum Titel.

Dass Boladz noch einmal eine solche Serie gelingen könnte, glaub Heynen nicht. Nötig wäre es nicht. Denn Boladz hat dem VfB am Mittwoch einen Dienst erwiesen, der viel größer ist als jedes Ass. Boladz hat Heynen das Vertrauen in sein Team zurückgegeben.

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