Herzmuskelentzündung Todesursache bei Herms

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Deutsche Presse-Agentur

Mittelstreckenläufer René Herms ist an den Folgen einer durch Viren ausgelöste Herzmuskelentzündung gestorben. „Der Leichtathlet ist eines natürlichen Todes gestorben“, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden.

„Infolge dieser Entzündung ist es zu einem plötzlichen Herzversagen gekommen.“ Damit sind die Ermittlungen in diesem Fall abgeschlossen. Der 800-Meter-Läufer Herms, er startete für die LG Braunschweig, war am 10. Januar im Alter von 26 Jahren in seiner Wohnung in Lohmen bei Pirna tot aufgefunden worden. Die Beerdigung soll am Montag stattfinden.

„Unsere Überzeugung, dass René Herms keine Doping-Mittel genommen hat, wurde damit bestätigt“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). „Sein Tod bleibt tragisch und erschütternd.“

Der plötzliche Herztod von Spitzensportlern hat immer wieder für traurige Aufmerksamkeit gesorgt. So brach im Juni 2003 im Halbfinale des Confederations-Cups in Lyon der Fußball-Nationalspieler Marc-Vivien Foé (Kamerun) zusammen und starb. In Deutschland erschütterte 1989 der Tod des Eiskunstläufers Heiko Fischer, der an den Folgen einer Herzmuskelentzündung bei einem Squash-Spiel gestorben war.

Glück im Unglück hatte der Kapitän des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, Ümit Özat. Er war im Pflichtspiel beim Karlsruhe Ende August 2008 nach einem Herzstillstand zusammengebrochen, konnte aber gerettet werden. Auch bei ihm wurde eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert. „Der Hinweis auf die Gefahren bei allen Erkältungskrankheiten ist fester Bestandteil der Arbeit aller unserer Trainer vom A- bis C-Kader“, erklärte Prokop.

Der DLV will bei den deutschen Hallen-Meisterschaften am 21./22. Februar in Halle gedenken. Zudem unterstützt der Verband einen vom Sächsische Landessportbund (LSB) und dem Dresdner SC initiierten Spendenaktion. Sollte aufgrund der großen Anteilnahme Geld aus der Spendenaktion übrig bleiben, planen die Hinterbliebenen um Witwe Stefanie Herms eventuell eine Herms-Stiftung einzurichten. „Über den Verlust hilft das enorme Echo auch nicht hinweg“, hatte Stefanie Herms in einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ gesagt. „Er war ein herzensguter Mensch, der sich mit allen gut verstand. Er konnte niemanden wirklich böse sein und stand nicht gern im Mittelpunkt.“

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