Hertha hat Sorgen mit dem Sturm

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Deutsche Presse-Agentur

Im Spitzenspiel gegen Bayern München droht Hertha BSC der Ausfall von Topstürmer Marko Pantelic - im Sommer könnten die Berliner sogar ganz ohne ihren ersten Angriff dastehen.

Ein Verbleib von Andrej Woronin, der vom FC Liverpool ausgeliehen wurde, ist mit erheblichen finanziellen Kosten verbunden. Pantelic scheint in den Zukunftsplanungen von Coach Lucien Favre ohnehin keine Rolle mehr zu spielen. Gegen die Bayern hofft der Schweizer aber auf eine Rückkehr des verletzten Serben. „Wir müssen die letzten Trainings abwarten, dann werden wir sehen“, sagte Favre in Berlin.

Pantelic hat am Donnerstag erstmals seit seiner Verletzung vor knapp zwei Wochen wieder am Mannschaftstraining des Berliner Fußball-Bundesligisten teilgenommen. Dies nährte die Hoffnungen des Hauptstadt-Clubs auf einen Einsatz des 30-Jährigen im Topspiel gegen Rekordmeister Bayern München. Allerdings erklärte Pantelic nach der eineinhalbstündigen Trainingseinheit: „Ich habe noch Schmerzen.“ Sollten diese am Samstag zu groß sein, will er nicht spielen, sagte Pantelic. „Wegen eines Spiels werde ich nicht die ganze Rückrunde riskieren.“

Über den Einsatz seines Top-Torjägers am Samstag will Trainer Lucien Favre erst kurz vor dem Spiel entscheiden. Pantelic hatte sich gegen Eintracht Frankfurt eine Knie- und Knöchelverletzung zugezogen. Der Stürmer, der sich mit Knöchel- und Kniebeschwerden herumplagte, hatte bereits vor Tagen erklärt, gegen das Bundesliga-Starensemble aus München notfalls auch mit Schmerzen aufzulaufen. „Fitspritzen“ will sich der Fußball-Nationalspieler allerdings nicht lassen, denn dann bestünde eine zu große Gefahr, sich noch mehr zu verletzen.

Sollte Pantelic nicht mehr rechtzeitig fit werden, ruhen gegen Jürgen Klinsmanns Millionentruppe alle Sturm-Hoffnungen auf Andrej Woronin. Der Ukrainer gehörte zuletzt zu den torgefährlichsten Herthanern, trug sich auch in Bielefeld beim 1:1 in die Torschützenliste ein. Ob es in der Hauptstadt allerdings über die Rückrunde hinaus Woronin-Tore zu bejubeln gibt, ist noch offen. „Dass wir ein bisschen zögern, hat mir Geld zu tun“, gestand Hoeneß schon zu Wochenbeginn im „kicker“. „Es ist nicht so, dass wir in den Keller gehen können und dort einen Sack voller Euro haben. Ein gutes Spiel von ihm ändert unsere wirtschaftliche Situation nicht.“

Woronin kam vor der Saison auf Leihbasis vom FC Liverpool, wo der 29-Jährige einen Vertrag bis 2011 besitzt. Um Woronin vorzeitig aus diesem Kontrakt herauszukaufen und längerfristig an der Spree zu halten, müssten die Berliner geschätzte vier Millionen Euro aufbringen. Aufgrund der Finanzkrise und reduzierter TV-Einnahmen muss Hertha für die Spielzeit 2009/2010 aber mit rund sieben Millionen Euro weniger als bisher planen.

„Wir sind seit Februar in den Planungen für die neue Saison“, erklärte Dieter Hoeneß lapidar. Welche Rolle Woronin dabei spielt, wollte der Hertha-Manager nicht sagen. Der Angreifer selbst will in Berlin bleiben und hatte sich schon im Dezember deutlich zu Hertha bekannt.

Für den Fall eines Weggangs von Woronin - und von Pantelic - scheinen die Berliner bereits eifrig Ausschau nach Nachfolgern zu halten. Zuletzt saß Hoeneß beim Züricher Derby zwischen den Grasshoppers und dem FC auf der Tribüne. Medienberichten zufolge soll er dabei besonders ein Auge auf den argentinischen Angreifer Raul Marcelo Bobadilla geworfen haben. Namen wollte Hoeneß keine bestätigen, aber „ich war in Zürich, um Spieler zu beobachten, denn so sehr interessiert mich die Schweizer Liga dann auch wieder nicht“.

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