„Herkulesaufgabe“ der Eintracht: Hütter-Team fordert Bayern

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Vorbereitung
Eintracht Frankfurt setzt auf den neuen Trainer Adi Hütter (M.). (Foto: Thomas Frey / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Patrick Reichardt

Emotional aufgeladene Neuauflage, ein volles Haus und der FC Bayern München als Gegner: Das erste Wiedersehen mit Ex-Trainer Niko Kovac wird für Pokalsieger Eintracht Frankfurt zu einem Vorgeschmack auf die brisante internationale Saison.

Doch während in der Europa League auf dem Weg Richtung Endspiel viele Hürden warten, winkt dem Team von Trainer Adi Hütter im Supercup gegen den Rekordmeister gleich der erste Titel. „Sich mit dem FC Bayern München messen zu dürfen, ist immer klasse. Schöner könnte eine Saison doch kaum starten“, sagte der Mexikaner Marco Fabian vor dem ersten Kräftemessen der neuen Spielzeit.

Zu Gast ist zum Start ausgerechnet das lebenslange Mitglied Kovac, das seinen FC Bayern an alter Wirkungsstätte zur ersten Trophäe führen möchte. SGE-Sportdirektor Bruno Hübner und Kovac telefonieren noch immer regelmäßig, der Kontakt ist freundschaftlich. Bei den Fans dürften sich in den anerkennenden Applaus für den Pokalsieger-Trainer aber auch Pfiffe mischen, weil gerade die Art des Abgangs großen Teilen des Anhangs nicht gefiel. „Er bringt alles mit, um diesen Club auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln“, lobte Hübner derweil den neuen Bayern-Trainer in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Für die Eintracht zählt nun nur noch die Arbeit seines akribischen Nachfolgers Hütter. Der Österreicher setzt in Frankfurt auf offensiven Fußball und die ungebrochene Euphorie rund um den Club, bei dem weit vor der Europa-League-Auslosung schon über 120 000 Tickets für die drei Heimspiele verkauft wurden. „Er hat einen klaren Plan und eine deutliche Ansprache. Wir trauen ihm sehr viel zu“, sagte Hübner über den Coach. Der Neuaufbau des geschwächten Teams gleiche einer „Herkulesaufgabe“, ordnete der Sportdirektor ein.

Keinen Neuaufbau, sondern konstante und langfristige Lösungen gibt es derweil in der Vorstandsebene der Eintracht. Die Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann verlängerten ihre Verträge bis 2023 und bilden damit auch in der Zukunft die sportliche Führung der Hessen, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. Sportvorstand Bobic ist beim Pokalsieger seit 2016 im Amt und sorgte im Gespann mit Kovac und Hübner in zwei Jahren für zwei DFB-Pokalfinaleinzüge. Hellmann arbeitet seit 2012 im Vorstand der SGE.

Sportlich erwartet die Eintracht mit gestiegenen Erwartungen, euphorischem Umfeld und Dreifachbelastung ein Jahr voller Hürden, finanziell hat der Triumph von Berlin den Hessen einen deutlichen Sprung beschert. In der vergangenen Saison stieg der Umsatz um rund 30 Millionen auf etwa 140 Millionen Euro, zuletzt gab es in vier aufeinanderfolgenden Spielzeiten einen Überschuss.

Dieser Trend wird sich dank höherer Fernsehgelder und der Zusatzeinnahmen im internationalen Wettbewerb fortsetzen, bis zu 30 Millionen Euro können diesen Sommer in Neuverpflichtungen fließen. Bei einem denkbaren Rebic-Verkauf, der nach dessen starker WM eine satte Millioneneinnahme bedeuten würde, könnte die Eintracht noch einmal zusätzlich nachlegen. Hübner betonte bereits, was er bei einem Transfer des Kroaten erwarte: Eine Summe, mit der man ins Team investieren kann und „trotzdem noch einiges übrig bleibt, das wir auf die hohe Kante legen würden“. Gegen die Bayern könnte Rebic seinen Marktwert dafür noch einmal deutlich steigern - und der Eintracht schon wieder einen Titel bescheren.

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