Heimvorteil für Boll beim Top-12-Turnier

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Nicht nur der Heimvorteil stempelt Timo Boll zum Top-Favoriten beim Europa Top 12-Turnier. Der Tischtennis-Europameister befindet sich seit Monaten in glänzender Form und schlug vor dem Kräftemessen der besten Europäer in Düsseldorf ungewohnt forsche Töne an.

„Ich werde meine Gegner fordern. Ich werde richtig Gas geben und bin schon heiß“, sagte der 27 Jahre alte Ausnahmespieler von Borussia Düsseldorf. Bolls Ehrgeiz ist diesmal besonders groß. Er möchte die Scharte aus dem Vorjahr auswetzen, als der gebürtige Hesse in Frankfurt/Main seine zahlreichen Fans enttäuschte und bereits in der Vorrunde scheiterte. Damals erwies sich eine Verletzung, die ihn danach zu einer dreimonatigen Pause zwang, als zu großes Handicap. „Aber jetzt bin ich in einer Verfassung, die mich zuversichtlich stimmt“, erklärte der dreimalige Top 12-Sieger.

Im Januar konnte der Vielspieler einige Trainingswochen einlegen. Das ist für den Weltranglisten-Vierten das A und O, um noch näher an die führenden Chinesen heranzurücken. Konditionsarbeit stand im Vordergrund. „Ich habe mich mit Klimmzügen und Liegestützen gequält“, berichtete Boll. Nach der Absage des Titelverteidigers Werner Schlager (Österreich) gelten der EM-Zweite Wladimir Samsonow (Weißrussland) und der Grieche Kalinikos Kreanga als schärfste Rivalen im Kampf um den mit 9000 Euro prämierten Turniersieg.

Auch Bolls Clubkollege Dimitrij Ovtcharov möchte die Heimspiel-Atmosphäre im Burg-Wächter Castello nutzen. „Wenn ich ins Halbfinale komme, ist alles möglich. Ich kann in Europa gegen jeden gewinnen“, sagte der Weltranglisten-14. Das Tief nach den Olympischen Spielen in Peking scheint er überwunden zu haben. Zuletzt überzeugte Ovtcharov mit Platz zwei bei den Danish Open.

Das dritte heiße Eisen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) ist Jiaduo Wu vom Damen-Bundesligisten FSV Kroppach. Nach Platz zwei bei den German Open im vergangenen November in Berlin möchte die 31-Jährige auch bei Europas Prestigeturnier auf das Podest. Wie Wu stammen die Mitfavoritinnen Liu Jia (Österreich), Li Jiao (Niederlande) und Li Qian (Polen) aus China.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen