Heimpleite gegen Mainz: Werder wieder tief im Abstiegskampf

Werder Bremen - FSV Mainz 05
Adam Szalai (r) sorgte für das 1:0 von Mainz in Bremen. (Foto: Carmen Jaspersen / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Lars Reinefeld

Nach dem Vereins-Negativrekord schimpfte Geschäftsführer Frank Baumann über den Videobeweis, Trainer Florian Kohfeldt wollte „kein großes Fass aufmachen“.

Nach der sechsten Niederlage in Serie wird es für Werder Bremen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wieder richtig eng. Die Grün-Weißen verloren am Mittwochabend das Kellerduell gegen den FSV Mainz 05 mit 0:1 (0:1) und stellten damit einen Negativrekord in ihrer Club-Geschichte auf. Seine Gemütslage sei „ziemlich beschissen“, sagte Baumann bei Sky.

Die Mainzer blieben dagegen zum sechsten Mal nacheinander ungeschlagen und zogen in der Tabelle an den Bremern vorbei. „Das ist eine bittere Niederlage für uns“, sagte Baumann und räumte ein, dass es „sehr, sehr schwer wird und dass wir nun punkten müssen“.

Werder hat nun nur noch vier Punkte Vorsprung auf Hertha BSC auf dem Relegationsplatz, allerdings haben die Berliner auch noch zwei Nachholpartien zu bestreiten. Nachdem sich die Norddeutschen in der vergangenen Spielzeit erst in der Relegation hatten retten können, droht ihnen nun erneut ein Zittern bis zum Saisonende. Die Mainzer sind dank des Siegtreffers von Adam Szalai (16. Minute) auf dem besten Weg zum Klassenerhalt. Eine beeindruckende Leistung des neuen Trainers Bo Svensson.

Worüber sich die Bremer echauffierten, war eine Szene kurz vor der Pause. Nach einer Ecke parierte der Mainzer Torwart Robin Zentner einen Füllkrug-Kopfball, hatte den Ball dann aber nicht vollkommen unter Kontrolle. Kevin Möhwald kam an den Ball. Beim Versuch, diesen zu klären, schoss Leandro Barreiro den Bremer Josh Sargent an, von wo das Spielgerät ins Tor prallte. Doch nachdem Schiedsrichter Marco Fritz sich die Szene noch einmal auf dem Bildschirm angeschaut hatte, entschied er auf Foulspiel von Möhwald gegen Zentner.

Eine höchst umstrittene Entscheidung, die Kohfeldt an der Seitenlinie ausflippen ließ. „Der Ball ist frei, er hat die Hand nicht dran. Selbst bei Sicht der Videobilder sehe ich da kein Foul“, sagte Kohfeldt später im TV-Interview. Zentner hatte zuvor bekundet, dass Möhwald ihn erst an der rechten Hand getroffen habe. „Ich mache da jetzt kein großes Fass auf. Das gehört leider im Moment zum Fußball dazu, mir gefällt es nicht“, sagte Kohfeldt. Er sei der Meinung, dass der Videoassistent „so wenig wie möglich eingreifen“ solle und dass hier keine klare Fehlentscheidung vorgelegen habe. Der verärgerte Baumann konnte die Entscheidung „absolut nicht nachvollziehen“.

Die Bremer begannen extrem aggressiv und versuchten die Mainzer früh unter Druck zu setzen. Kohfeldt hatte vor der Partie ein aktives Auftreten seiner Mannschaft versprochen und diese hielt Wort. Allerdings wurden bei allem Elan die großen spielerischen Defizite der Grün-Weißen deutlich. Seit Jahren fehlt es den Norddeutschen an einem Spielgestalter mit gehobener Qualität.

So sah die Aufstellung mit Josh Sargent hinter den beiden Spitzen Milot Rashica und Niclas Füllkrug zwar offensiv aus - richtig gefährlich wurden die Hausherren im ersten Durchgang aber kaum. Stattdessen gingen die Mainzer nicht unverdient mit einer Führung in die Kabine. Nachdem Bremens Verteidiger Milos Veljkovic bei einem Konter der Mainzer ausgerutscht war, scheiterte Karim Onisiwo zunächst noch an Werder-Torwart Jiri Pavlenka, doch Szalai staubte zur Führung ab.

Der Bremer Schwung war damit erst einmal dahin. Zwar scheiterte Füllkrug noch einmal an FSV-Torwart Zentner (31.), die Mainzer hatten die Partie nun aber weitgehend im Griff und hätten durch Leandro Barreiro sogar erhöhen können. Pavlenka parierte aber stark (38.).

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein packender Schlagabtausch. Szalai hämmerte den Ball kurz nach der Pause an die Latte, Onisiwo scheiterte an Pavlenka. Für Werder vergab der insgesamt unglücklich agierende Rashica. Bremen drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, Mainu brachte die Führung aber über die Zeit.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-301116/4

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