Heidfeld: „Nein, ich habe nicht gehungert“

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Deutsche Presse-Agentur

BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld hat sich dem neuen Schlankheitswahn in der Formel 1 widersetzt. „Nein, ich habe nicht gehungert, und das wäre auch falsch“, sagte der 32 Jahre alte Rennfahrer aus Mönchengladbach in einem von seinem Team veröffentlichten Interview.

„Gewicht und Leistungsfähigkeit stehen in Zusammenhang. Radikale Hungerkuren schwächen nur“, sagte Heidfeld weiter. Er habe aber sehr auf seine Ernährung geachtet und trotz des zusätzlichen Muskelaufbaus durch das Training zweieinhalb Kilo abgenommen.

Heidfeld hofft, in der am 29. März in Melbourne beginnenden Weltmeisterschaftssaison endlich seinen ersten Grand-Prix-Sieg feiern zu können. „Dafür ist Voraussetzung, dass man in einem siegfähigen Auto sitzt. Das wünsche ich mir natürlich, und daran arbeiten wir“, sagte er. Bislang blieb Heidfeld in 150 Anläufen erfolglos. Sein persönliches Saisonziel sei seit Jahren dasselbe. „Ich will in jeder Runde und an jedem Rennwochenende das maximal Mögliche aus dem Auto und der Situation herausholen. Was tatsächlich möglich ist, bestimmt zu weiten Teilen unsere technische Leistungsfähigkeit.“ Das Teams wolle in den Titelkampf eingreifen. „In den vergangenen Jahren haben wir unsere Etappenziele immer erfolgreich abgearbeitet. Ich hoffe, das gelingt uns auch 2009“, sagte Heidfeld.

Das neue Energie-Rückgewinnungssystem KERS (Kinetic Energy Recovery System) bereitet Heidfeld keine Probleme, aber viel Spaß. „Wenn man den Boost-Button am Lenkrad drückt und den zusätzlichen Schub von 80 PS spürt, ist das klasse“, versicherte er. „Beim Testen habe ich auch schon erste Erfahrungen gemacht, wie es ist, wenn ein anderer Pilot den Knopf drückt und ich nicht. Der ist dann einfach gleich mal weg.“ Man müsse sich diese zusätzliche Leistung sehr gut einteilen. Er dürfe KERS 6,5 Sekunden lang pro Runde einsetzen. „Das bringt vor allem dann für das Überholen etwas, wenn man dicht hinter jemandem herfährt. Also beispielsweise nach dem Start“, beschrieb er den Vorteil. „Sobald wir 100 km/h erreicht haben, und das dauert bei uns keine drei Sekunden, gibt die Elektronik den Boost-Button frei.“

Heidfeld begrüßt den neuen Sparkurs in der Königsklasse: „Ich halte das für sehr wichtig, und einige Ansätze tragen ja auch schon Früchte. Zum Beispiel, dass wir jetzt nur noch acht Motoren pro Fahrer für die ganze Saison haben oder eben ab Mitte März nicht mehr testen.“ Es sei das erste Mal, dass sich die Teams über so große Kostensenkungen einig sind. „Das ist in der momentanen wirtschaftlichen Lage sehr zu begrüßen.“ Für Gehaltskürzungen kann sich der Millionär allerdings nicht erwärmen. „Der Fahrer ist ganz offensichtlich ein entscheidender Faktor im Team. Bei BMW macht man über jeden Budgetposten eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung auf und hat noch nie Fantasiegehälter bezahlt“, sagte er.

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