Happy End für Hecking: Champions League als Krönung?

Lesedauer: 5 Min
Scheidender Trainer
Zum Saisonende mit Borussia Mönchengladbach im Aufwind: Trainer Dieter Hecking. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Martin Moravec und Marie Reichenbach

Jetzt kann Trainer Dieter Hecking bei Borussia Mönchengladbach doch noch einen ganz großen Abschied feiern.

Nach dem 4:0 (0:0) bei Rekordabsteiger 1. FC Nürnberg steht der scheidende Coach vor dem in den vergangenen Wochen wohl nicht mehr für möglich gehaltenen Happy End mit dem Einzug in die Champions League. „Wir werden den Borussia-Park nochmal zum Beben bringen“, kündigte Hecking vor dem prickelnden Schlussakt gegen Bayern-Jäger Borussia Dortmund an und fasste zusammen: „Jetzt ist es schon Europa und wenn es die Champions League werden würde, wäre es überragend.“

Nach zwei neunten Plätzen in den beiden vergangenen Spielzeiten haben die Mönchengladbacher einen Platz in der Europa League schon sicher. Durch das 0:2 (0:0) von Konkurrent Eintracht Frankfurt gegen Mainz 05 zum Abschluss des vorletzten Spieltages haben sich die Champions-League-Chancen für die Gladbacher noch erhöht. Schließlich gehen sie als Tabellenvierte in das Saisonfinale. Im Duell mit ihrem früheren Erfolgstrainer Lucien Favre könnten sie nicht nur Dortmund die noch mögliche Meisterschaft verderben, sondern sich selbst in die Fußball-Königsklasse schießen.

„Wir haben einen großen Schritt getan, ohne dass die Leistung jetzt abfallen darf. Aber wir haben jetzt etwas ganz Großes in der Hand“, sagte Sportdirektor Max Eberl. „Das haben wir uns erarbeitet und da freuen wir uns nächstes Wochenende drauf.“

Die Borussia lag nach der Hinrunde als Tabellen-Dritter auf Champions-League-Kurs. Anfang April gaben die Mönchengladbacher den Abschied von Hecking zum Saisonende nach dann zweieinhalb Jahren bekannt. Und nicht erst danach tat sich die in der Rückrunde nur noch mittelmäßige Borussia schwer. „Es war nicht einfach in den letzten Wochen, das wissen wir alle“, räumte Hecking ein, der im Sommer von Marco Rose von Red Bull Salzburg abgelöst wird. „Über die Gründe kann man nach dem letzten Spieltag vielleicht nochmal reden.“

Redebedarf gab es auch bei Josip Drmic. Der frühere Nürnberger ebnete der Borussia mit seinem zweiten Tor nacheinander den Weg zum 16. Saisonsieg. „Ich habe einfach an mir gearbeitet und meinen Glauben nicht aufgegeben, war immer fokussiert“, sagte der Schweizer Stürmer, der bis zu seiner jüngsten Wiederentdeckung gar keine Rolle mehr gespielt hatte. „Dass ich das mit einem Tor vergolden kann, ist für mich eine Bestätigung für die harte Arbeit jeden Tag, für den Schweiß und die Tränen.“

Der Glaube an ein großes Saisonfinale ist auch bei Drmic wieder gewachsen. „Die Champions League ist unser Wunsch, unser Ziel und wir würden alles dafür tun. Aber wir wissen auch, was für ein Gegner davor steht, dass das ein großer Name ist“, sagte der im Sommer ablösefreie Angreifer, dessen Zukunft ungeklärt ist. „Aber wir werden alles reinhauen und wir hoffen, dass es super läuft und wir punkten können.“

Die Borussia muss am letzten Spieltag allerdings auch auf die Konkurrenz von Eintracht Frankfurt (beim FC Bayern) und Bayer Leverkusen (bei Hertha BSC) achten. An einem eigenen Sieg will Eberl schon mal nicht zweifeln. Auf die Frage, wer denn Meister werde, sagte der Sportdirektor lachend: „Die Bayern natürlich, weil wir schlagen ja nächste Woche Dortmund.“

Tabelle Bundesliga

Spielplan 1. FC Nürnberg

Kader 1. FC Nürnberg

Alle News 1. FC Nürnberg

Mönchengladbacher Kader

Infos zu Dieter Hecking

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen