Hansa verliert in St. Pauli - Eilts gefeuert

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Deutsche Presse-Agentur

Hansa Rostock funkt SOS - und Trainer Dieter Eilts muss nach 104 Tagen Dienstzeit gehen. Zum Auftakt des 23. Spieltags der 2. Fußball-Bundesliga verlor der Bundesliga-Absteiger das denkwürdige Nordderby beim FC St. Pauli trotz 2:0-Führung mit 2:3 (2:0).

Rostock schwebt damit in höchster Abstiegsgefahr. Im Kampf um den Klassenerhalt wird Eilts nicht mehr auf der Hansa-Bank sitzen. Der neue Hansa-Manager René Rydlewicz bestätigte nach der Partie die Entlassung des Ex-Nationalspielers. Eilts, der in elf Zweitligaspielen nur einen Sieg holte, hatte bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff den siebten Trainerwechsel in dieser Saison kommen sehen: „Wir haben den geforderten Sieg nicht geschafft, deshalb wird es diese Konsequenz wohl geben“.

Der 1. FC Kaiserslautern kassierte bei Aufsteiger FSV Frankfurt eine bittere 0:1 (0:0)-Pleite und hat sich nach drei Niederlagen in Serie vorerst aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Im Kellerderby gegen den VfL Osnabrück machte die TuS Koblenz dem 3:0 (2:0) einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Vor dem brisanten Derby vor 22 300 Zuschauern am ausverkauften Millerntor hatte Rydlewicz im Abo-Sender Premiere Eilts bereits angezählt: „Wenn er nicht gewinnt, ist er weg“. Doch die zuvor in fünf Spielen sieglose Mannschaft kämpfte zunächst mit Leidenschaft für den Trainer und ging durch den Finnen Henri Myntti (2.) und Fin Bartels (5.) in Führung.

Nach St. Paulis Anschlusstreffer durch den Franzosen Morike Sako (53./Foulelfmeter), der in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels vom Platz flog, ließen die Hanseaten ihren Trainer im Stich und zeigten Nerven. Mit einem Doppelschlag besiegelte der Kanadier David Hoilett (72./84.) die Pleite für den Tabellenvorletzten Hansa und Eilts, der im vorigen November Frank Pagelsdorf abgelöst hatte.

Vor der Partie war es zu Auseinandersetzungen zwischen rund 200 Hansa-Fans und der Polizei gekommen. In der Nähe des Stadions waren die Fans mit Bierflaschen auf die Ordnungskräfte losgegangen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Während der Partie musste die Polizei einschreiten, als Hooligans bengalische Feuer und Leuchtraketen zündeten.

Der 1. FC Kaiserslautern musste fünf Tage nach dem bitteren 1:2 gegen die SpVgg Greuther Fürth einen weiteren Tiefschlag im Aufstiegsrennen einstecken. Den Pfälzer, die seit dem 22. September vergangenen Jahres (1:0 in Fürth) auswärts nicht gewonnen haben, waren im Spiel nach vorne zu passiv. Frankfurt fehlte lange Zeit die die Durchschlagskraft, ehe Matias Cenci (61.) völlig überraschend ins Schwarze traf und Frankfurts vierten Sieg nacheinander sicherstellte.

Mit dem vierten Sieg nacheinander sammelte Koblenz weitere drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, während Osnabrück nach der dritten Auswärtsniederlage in Serie und nur noch einem Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz immer mehr in Bedrängnis gerät. Der Ungar Zoltan Stieber (26.), Emanuel Krontiris (37.) und Rüdiger Ziel (75.) machten den sechsten Saison-Heimsieg der TuS perfekt.

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