Hannover zittert nach zwei Pleiten um Platz eins

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Deutsche Presse-Agentur

Zwei Schlappen in 24 Stunden: Nach dem Heimdebakel im Gipfeltreffen gegen Berlin und einer Pleite bei Kellerkind Kassel bangen die Hannover Scorpions um die ersehnte Vorrundenmeisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Gegen Verfolger Eisbären Berlin hatten die Niedersachsen mit 2:7 die höchste Heimpleite der Saison kassiert, das 1:5 bei den Kassel Huskies machte ein Wochenende zum Vergessen perfekt. Mit einer meisterlichen Leistung untermauerte hingegen Berlin seine Anwartschaft auf den vierten Titel. Zunächst will der Meister aber zum Hauptrundenabschluss vorn sein. Das sichert neben dem Heimrecht in allen entscheidenden Playoff-Spielen auch die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League.

In Kassel merkte man den Scorpions von Beginn an die Müdigkeit nach dem Spitzenduell vom Samstag an. Gegen beherzt kämpfende Hausherren konnte Hannover nur im ersten Drittel (1:1) mithalten. Semen Glusanok (23.) mit seinem ersten Saisontreffer, Alex Leavitt (26.) und Sean Tallaire in Unterzahl (36.) sorgten im zweiten Abschnitt dann aber für die Vorentscheidung und den dritten Saisonsieg der Huskies gegen die Scorpions. Hannover missglückte gleichzeitig die Generalprobe für das Pokalfinale am Dienstag beim EHC Wolfsburg.

Scorpions-Coach Hans Zach hatte beim Spitzenspiel gegen Berlin vor allem den vergebenen Chancen aus dem ersten Drittel nachgetrauert. „Berlin hat weiter stabil gespielt. Wir sind zu sehr nach vorn gerannt und haben ein paar Fehler gemacht. Das bestraft Berlin mit seinen Klassespielern umgehend. Wir haben nicht mehr als anrennen können gegen die Berliner Mauer“, sagte der Ex-Bundestrainer.

Bei den Gästen ragten vor allem Torwart Rob Zepp und Verteidiger Constantin Braun mit seinem ersten DEL-Dreierpack heraus. „Wir haben gezeigt, was für ein Potenzial wir abrufen können. Es ist gut zu wissen, dass wir nach Hannover kommen, so ein Spiel abliefern und die dann so platt machen. Das gibt natürlich einen Riesenmotivationsschub für die Playoffs“, sagte der gelernte Stürmer Braun, der vor 10 325 Zuschauern den verletzten Star-Verteidiger Richie Regehr ersetzte. Die Eisbären haben nun drei Heimspiele, ehe es am Sonntag im letzten Duell zu den Straubing Tigers geht. „Das ist nicht normal, so viele Spiele. Wir müssen vorsichtig sein“, warnte Trainer Don Jackson.

Neben den Eisbären waren die DEG Metro Stars und die Nürnberg Ice Tigers die großen Gewinner des Sonntags. Die Düsseldorfer bezwangen die Krefeld Pinguine mit 7:3 und haben damit endgültig das Ticket für das Playoff-Viertelfinale gelöst. Nürnberg setzte sich gegen die Augsburger Panther mit 5:2 durch und hat dadurch gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen können die Franken nicht mehr aus den Top Ten verdrängt werden und haben somit die Teilnahme an den Vor-Playoffs sicher. Außerdem profitiert Nürnberg von den Pleiten Krefelds und der Frankfurt Lions, die dem EHC Wolfsburg mit 3:4 unterlagen, und können nun die direkte Playoff-Qualifikation aus eigener Kraft schaffen.

Ein großer Schritt in Richtung Viertelfinale gelang auch den Adler Mannheim: Der Rekordmeister feierte beim 8:3 über Schlusslicht Füchse Duisburg den ersten Heim-Dreier in diesem Jahr und kann damit nur noch theoretisch aus den ersten sechs Rängen fallen. Eine Heimpleite setzte es für die Straubing Tigers beim 2:5 gegen die Kölner Haie. Die Iserlohn Roosters gewannen beim ERC Ingolstadt mit 5:4 nach Verlängerung.

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