Haas meistert Auftakthürde in Indian Wells

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Deutsche Presse-Agentur

Traum, Trauma, Traumlos - der Freitag der 13. hatte für die deutschen Tennis-Profis beim Hartplatz-Turnier im kalifornischen Indian Wells alle Gefühlslagen parat.

Glück und Unglück, Sieg und Niederlage lagen dicht beieinander. Während Michael Berrer und Thomas Haas den Einzug in die zweite Runde bejubelten, haderten Mischa Zverev und Anna-Lena Grönefeld mit ihrem Schicksal. Und Philipp Kohlschreiber zog gar kampflos in die dritte Runde ein. Der glücklichste Deutsche war zweifelsohne Michael Berrer. Nach seiner erfolgreichen Pflicht mit dem 6:3, 6:3-Sieg gegen den Südafrikaner Kevin Anderson steht der 28-jährige Stuttgarter jetzt vor der Kür. Erstmals in seiner Karriere trifft Berrer auf den spanischen Superstar und Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal.

Eine Nummer kleiner, aber nicht weniger interessant, ist das innerdeutsche Duell zwischen Rainer Schüttler und Thomas Haas. Zwar ist Schüttler derzeit die deutsche Nummer eins, dennoch geht Haas nach seinem überzeugenden 6:3, 6:3-Erfolg gegen den Spanier Oscar Hernandez keinesfalls als Außenseiter in die Partie. Zudem hat der 30-jährige Hamburger in den beiden Vorjahren in Indian Wells jeweils das Viertelfinale erreicht.

Auf dem Weg dahin ist auch Philpp Kohlschreiber. Der Augsburger steht als einziger Deutscher bereits in der dritten Runde. Er profitierte am Freitag vom Rückzug seines Gegners Nikolai Dawidenko. Der an Nummer fünf gesetzte Russe musste das Zweitrunden-Match wegen einer Fussverletzung absagen.

Die zweite Runde und das lukrative Duell gegen den Amerikaner Andy Roddick vor Augen hatte bereits Mischa Zverev. Der Hamburger vergab jedoch in seinem Auftaktmatch gegen Daniel Koellerer aus Österreich beim Stand von 6:2, 5:3 einen Matchball, verlor anschließend seine Linie und die Partie. Koellerer gewann nach 2:15 Stunden mit 2:6, 7:5, 6:2 und sorgte nach dem Daviscup-Aus der Österreicher am vergangenen Wochenende in Garmisch-Partenkirchen gegen Deutschland zumindest für eine kleine Genugtuung in der Alpenrepublik. Völlig chancenlos war unterdessen Björn Phau. Er unterlag in seiner Erstrunden-Begegnung Robert Kendrick aus den USA mit 5:7, 2:6.

Ein wahres Marathon-Match über 2:58 Stunden lieferten sich in der Damen-Konkurrenz Anna-Lena Grönefeld und Amelie Mauresmo. Dabei sah die 23-jährige Nordhornerin gegen die einstige Weltranglisten-Erste aus Frankreich bereits wie die Siegerin aus. Grönefeld führte im entscheidenden dritten Satz mit 3:1 und hatte bei eigenem Aufschlag mehrere Chancen zum 4:1, gab jedoch ihr Service ab und das Match mit 7:5, 3:6, 4:6 noch aus der Hand. „Es war eine Begegnung auf hohem Niveau. Für mich ging es nur darum, durchzukommen, was nicht einfach war“, meinte Mauresmo nach dem „Match der vergebenen Chancen“ erleichtert. Die zweimalige Grand-Slam-Gewinnerin nutzte nur fünf ihrer 18 Breakmöglichkeiten, Grönefeld vergab acht von zwölf Gelegenheiten, ihrer Kontrahentin den Aufschlag abzunehmen. Für sie bleibt Mauresmo somit unbesiegbar - im fünften Duell gab es die fünfte Niederlage. Dass Grönefeld zumindest erstmals einen Satz gewann, war letztlich nur ein kleiner Trost.

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