Haas fiebert Tennis-Duell mit Nadal entgegen

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Vor dem Duell mit dem besten Tennisspieler der Welt hatte Thomas Haas keine Angst. „Ich werde es genießen, da draußen gegen Nadal“, sagte er. „Ich habe hier schon ein paar gute Spiele gemacht, wahrscheinlich die besten in meiner Grand-Slam- Karriere.“

Gegen den Spanier Rafael Nadal wartet am 24. Januar allerdings eine Herkulesaufgabe auf den letzten verbliebenen deutschen Recken bei den Australian Open. Der Weltranglisten-Erste scheint ein unüberwindbarer Gegner zu sein.

Dennoch sehnt Haas den großen Moment herbei, wenn er am Abend, zur besten Sendezeit in Australien, in die Rod Laver Arena marschieren darf. „Es ist ein Lichtblick, dass er wieder spielt und dass es bisher so gut läuft für ihn“, sagte Davis-Cup-Chef Kühnen am Freitag in Melbourne. Von anfangs elf Herren aus dem Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hat es nur der Routinier aus Hamburg beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in die dritte Runde geschafft.

Und nach dem Wochenende soll noch nicht Schluss sein. Der Wahl- Amerikaner fühlt sich wohl „down under“, die lange Verletzungspause ist ihm nicht anzumerken. Seine Popularität ist auch am anderen Ende der Welt so groß wie die keines anderen deutschen Tennisprofis. Als er in der Mittagshitze von Melbourne mit freiem Oberkörper trainierte, waren die Tribünen so voll wie bei einem „echten“ Match.

Nach der Übungseinheit auf Außenplatz vier mit Bundestrainer Patrik Kühnen und dem schwedischen Erfolgscoach Thomas Hogstedt schrieb Haas seinen Namen geduldig auf Mützen, T-Shirts und überdimensionale Tennisbälle. Für ein Foto mit dem 30-Jährigen rannten einige Fans bis zum streng abgesicherten Spielertunnel.

Dreimal stand Haas in Australien im Halbfinale - auch bei seinem letzten Auftritt vor zwei Jahren. 2002 schlug er auf dem Weg in die Vorschlussrunde Roger Federer in fünf Sätzen, nachdem er einen Matchball abgewehrt hatte. Angst hat er auch vor dem Linkshänder aus Mallorca nicht. „Jetzt geht es richtig zur Sache. Dass da Nadal kommt, ist völlig okay.“ Die ersten Partien gegen Eduardo Schwank aus Argentinien und den italienischen Qualifikanten Flavio Cipolla waren für ihn bessere Trainingseinheiten - der größte vorstellbare Härtetest steht noch bevor. „Es wäre schön, wenn Tommy der Nummer eins das Leben ein bisschen schwer machen würde“, sagte Kühnen. „Er ist heiß, gegen Nadal zu spielen und hat nichts zu verlieren.“

Kurz vor Weihnachten habe Haas ihn angerufen und gefragt, ob er ihm in Australien „ein bisschen helfen und unter die Arme greifen könnte“, berichtete Kühnen. Da Haas nach seiner langen Verletzungspause wegen Schulter- und Ellbogenproblemen ohne persönlichen Trainer zurückgekehrt ist, habe er zugesagt. „Man merkt nicht, dass er seit den US Open kein Spiel gemacht hat“, sagte der Bundestrainer. „Er hat die außergewöhnliche Fähigkeit, rauszugehen und ein Match zu spielen. Bei ihm macht es da einfach klick.“

„Klicken“ soll es auch gegen French-Open-, Wimbledon- und Olympiasieger Nadal. Der Spanier jedenfalls, der bislang alle drei Partien gegen Haas gewinnen konnte, scheint gewappnet: „Er ist ein großer, ein gefährlicher Spieler. Ich habe Riesenrespekt vor ihm. Auch weil er sich nach jeder Verletzung wieder zurückgekämpft hat.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen