Hüfner gegen Geisenberger: WM-Duell ohne Zoff

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Deutsche Presse-Agentur

Der Titel-Hattrick lockt, auf dem Weg zum dritten WM-Coup in Serie muss Rodel-Überfliegerin Tatjana Hüfner aber neben ihrem Fluch von Lake Placid vor allem Konkurrentin Natalie Geisenberger fürchten.

„Die beiden werden das unter sich ausmachen“, erwartet Olympiasiegerin Silke Kraushaar-Pielach im Olympia-Ort von 1932 und 1980 ein heißes WM-Wettrennen der derzeit dominierenden Fahrerinnen. Titelverteidigerin Hüfner gegen Europameisterin Geisenberger - alles andere als ein Zweikampf der beiden Deutschen, die die Konkurrenz seit mehr als einem Jahr zu Statisten degradieren, käme einer Sensation gleich.

„Ich will meinen Titel verteidigen“, gibt sich die 25 Jahre alte Hüfner nach ihrer bisher fast perfekten Saison zuversichtlich. Der Blick in die Statistik ist für die Oberwiesenthalerin aber alles andere als vielversprechend: Bei zwei Weltcup-Rennen ging die Olympia-Dritte bisher in Lake Placid an den Start, die Bilanz ist mit den Rängen zehn und neun ernüchternd. Davon will sich die Gipfelstürmerin am Mount van Houvenberg aber nicht bremsen lassen: „Ich habe die Trainingswoche im Vorfeld der Saison gut nutzen können und komme immer besser mit der Bahn zurecht.“ Auch die ersten Eindrücke vor der WM auf der allerdings „sehr unruhigen, buckligen Bahn“ machen Hüfner Mut. „Das erste Gefühl bei den ersten Fahrten war sehr positiv und so gehe ich optimistisch an die nächsten Fahrten.“

Lange Zeit war Geisenberger in diesem Winter auf Platz zwei hinter Hüfner abonniert, doch ausgerechnet das letzte Rennen vor der WM nutzte die Miesbacherin zu einer Kampfansage. „So ein Sieg stärkt das Selbstbewusstsein. Bei der WM fahre ich voll auf Angriff“, kündigte die 20-Jährige nach ihrem Erfolg vor knapp zwei Wochen in Altenberg an. Und anders als Hüfner kann Geisenberger mit Rang zwei bereits ein Erfolgserlebnis auf der schwierigen Eisrinne von Lake Placid vorweisen: „In der vergangenen Saison habe ich hier im Weltcup im zweiten Durchgang den Start verpatzt und meinen ersten Weltcup-Sieg verschenkt. Ich hoffe, dass mir das dieses Jahr nicht mehr passiert.“

Wie einst Sylke Otto und Kraushaar-Pielach beherrschen die jungen Deutschen seit mehr als einem Jahr die Szene, doch trotz ihrer Dominanz pflegen Hüfner und Geisenberger einen entspannten Umgang miteinander. „Bei der Trainingswoche in Kanada haben wir gemeinsam Vancouver unsicher gemacht. Das war eine Mordsgaudi“, erzählt Geisenberger. Und selbst beim WM-Duell am Tag nach ihrem 21. Geburtstag am Donnerstag ist für Geisenberger kein Platz für Zicken- Zoff. „Es ist nicht mein Ziel, Tatjana zu schlagen. Ich möchte einfach nur selbst gewinnen.“

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