Hörmann gewinnt Machtkampf: Spitzenverbände unterstützen ihn

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Alfons Hörmann
Hat die Spitzenverbände hinter sich gebracht: Alfons Hörmann. (Foto: Tobias Hase / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Schirmer

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat sich im Machtkampf um das Spitzenamt im Deutschen Olympischen Sportbund gegen eine verbandsinterne Opposition durchgesetzt.

Auf einer außerordentlichen Konferenz der Spitzenverbände in Frankfurt gab es nur zwei Enthaltungen bei der Abstimmung darüber, ob der 58 Jahre alte Unternehmer weiter an der Spitze des DOSB bleiben soll. Damit ist der Weg zu Hörmanns Wiederwahl am 1. Dezember in Düsseldorf für weitere vier Jahre geebnet.

„Es war ein in jeder Hinsicht überzeugendes, wenn nicht überwältigendes Votum und die beste Antwort auf das, was in den vergangenen Tagen diskutiert wurde“, kommentierte der seit 2013 amtierende Hörmann die Zustimmung für ihn. „Besser kann es für den Teil eins nicht laufen. Jetzt geht es zur Mitgliederversammlung.“

In den vergangenen Wochen hatte sich aus dem Kreis der Spitzenverbände eine Opposition gegen Hörmann gebildet. Sie wollte Thomas Weikert als Gegenkandidat ins Rennen schicken. Doch der Präsident des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF) hat entschieden, sich nicht zu bewerben. Aus „Respekt vor der Bedeutung des wichtigsten Amtes im deutschen Sport, meinen Verpflichtungen gegenüber der ITTF“ habe er sich entschlossen, „diese zusätzliche Aufgabe nicht anzustreben“, teilte Weikert in einer Erklärung mit.

Hörmann war wegen seines Führungsstils und Umgangs mit Kollegen in den Verbänden - vor allem bei der Entwicklung und Umsetzung der Spitzensportreform - in die Kritik geraten. Vor der brisanten Sitzung hatten bereits die Landessportbünde einhellig für den Verbleib von Hörmann im DOSB-Amt votiert, ebenso die Verbände für besondere Aufgaben.

Die Bildung einer Gegnerschaft im DOSB bezeichnete Hörmann angesichts der zahlreichen Veränderungsprozesse, zu denen vor allem die Leistungssportreform gehört, als normalen Prozess, der bei 101 Mitgliedsorganisationen völlig in Ordnung sei. Hörmann will nun in Zukunft „diese Grummeln“ in Teilen des DOSB mit denen „herzlich gerne diskutieren“, die in der Verantwortung sind.

Bei der Konferenz und auch zuvor habe er trotz der kritischen Stimmen auf Eigenwerbung verzichtet. „Ich habe nicht bei einem Überzeugungsarbeit gemacht, weil ich mit dem Selbstbewusstsein unterwegs bin, dass das Bild, was in den letzten Tagen gezeichnet wurde, sich nicht mit dem in der bisherigen Amtszeit deckt, was von innen heraus bewertet wurde“, erklärte Hörmann.

„Wir finden es wichtig und positiv, dass es so ein klares Votum gegeben hat“, kommentierte Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, die Entscheidung pro Hörmann. „Wir haben das Gefühl, dass er in den letzten Jahren viel angeschoben hat, insbesondere was die Leistungssportreform betrifft.“

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