Gute Laune dank Schuster: DSV-Springer im Aufwind

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Deutsche Presse-Agentur

Spiel und Spaß statt Stress, Sightseeing statt Schanze: Mit unkonventionellen Methoden hat Bundestrainer Werner Schuster die deutschen Skispringer vor den WM-Entscheidungen auf der Großschanze in Liberec in ein Stimmungshoch versetzt.

„Der Teamgeist ist super. Wir verstehen uns toll. Daraus sollten wir die nötige Kraft ziehen“, sagte Michael Neumayer. In der angemieteten „Flieger-Pension“ in unmittelbarer Nähe der Schanze am Hausberg Jested herrscht seit Tagen gute Laune. „Die Zimmer sind geräumig, die Stimmung ist gut, der Koch ist hervorragend und wir haben genügend Spiele und DVDs mit. Uns wird es nicht langweilig“, berichtete Neumayer. Schuster hat zufrieden registriert, dass seine Schützlinge locker drauf sind. „Es ist alles im grünen Bereich. Ich fühle mich bestätigt. Wir können mit der Mannschaft um die Medaillen springen“, sagte Schuster.

Am Montag hatte das Team bei einem Tagesausflug in die sächsische Landeshauptstadt Dresden noch einmal Abstand von der WM gesucht, am Dienstag begann der sportliche Countdown für die Wettbewerbe im Einzel und in der Mannschaft. „Das Team-Springen ist der wichtige Wettkampf. Da wollen wir uns alle stark präsentieren und eine Medaille holen“, sagte Neumayer.

Thomas Pfüller, Sportdirektor im Deutschen Skiverband (DSV), hält dies durchaus für realistisch. „Mit den Skispringern können wir bisher zufrieden sein, auch wenn sie auf der Normalschanze keine Medaille gemacht haben. Aber nach den schwachen Leistungen bei der Team-Tour hat die Mannschaft Selbstvertrauen getankt. Hinter Österreich ist alles möglich“, sagte Pfüller.

Wie die Athleten hält er große Stücke auf den im vergangenen Frühjahr verpflichteten Schuster, den er am liebsten bis 2014 an den DSV binden möchte. „Er ist ein ganz großer Trainer und hat unwahrscheinlich viel bewegt“, lobte Pfüller die Arbeit des 39-jährigen Österreichers. Auch Martin Schmitt spricht sich für eine langfristige Zusammenarbeit aus. „Es ist wichtig, dass man den eingeschlagenen Weg so weitergeht. In diesem System ist Werner eine entscheidende Person, die das Ganze leitet und die das Vertrauen der Sportler und der anderen Trainer besitzt.“

Schuster selbst sieht sich auf einem guten Weg. „Ich bin zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. Wir haben nicht versucht, einen Brand zu löschen, sondern ein Konzept aufgestellt, wie wir näher an die Weltspitze herankommen können. Bisher ist das aufgegangen. Wir sind in einem guten Bereich, haben aber noch nicht alle Ziele realisiert“, sagte der Coach. Dies soll am Samstag mit Edelmetall im Team-Wettbewerb nachgeholt werden.

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