Vierkampf um Bundesliga-Aufstieg: „Brutal eng oben“

Havard Nielsen
Fürths Havard Nielsen feiert sein Tor zum 1:1. (Foto: Matthias Merz / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Martin Moravec

Jetzt tobt ein Vierkampf um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Nach der Blamage des Hamburger SV und dem Ausrutscher des VfL Bochum hat die SpVgg Greuther Fürth mit ihrem Sieg gegen Holstein Kiel ein Wettrennen im Gleichschritt entfesselt.

Mit jeweils 42 Punkten steht das Quartett ganz vorne in der Tabelle der 2. Liga und wird nur von der Tordifferenz getrennt. Vier punktgleiche Teams zu so einem späten Zeitpunkt der Saison ganz vorne - das gab es dem Sportanalysten Opta zufolge zuvor in der eingleisigen zweiten Liga noch nicht. „Es ist brutal eng oben“, konstatierte Havard Nielsen nach dem 2:1 (1:1) der Fürther im Montagabendspiel.

Und dass vier Teams mindestens 42 Punkte nach 22 Spielen haben, gab es zuvor nur einmal: 2011/12. Damals waren es sogar fünf Mannschaften - Tabellendritter mit 44 Zählern war Fürth. Am Saisonende ging es für die Franken sogar als Erster erstmals hoch. Nur zwei Tickets sichern heute wie damals den direkten Aufstieg.

Trotz des Ausfalls der fünf Stammspieler Mergim Mavraj und Paul Jaeckel in der Innenverteidigung sowie Paul Seguin, Sebastian Ernst und Julian Green im Mittelfeld drehten die Franken das Topspiel gegen lange dominante Kieler. Es war auch ein Zeichen an die Konkurrenz, im richtigen Moment zuschlagen zu können. „Wir wollen uns keine Grenzen setzen, sondern so weit wie möglich nach oben und auch oben bleiben“, versicherte Sportchef Rachid Azzouzi.

Der Hamburger SV ist zuletzt an seine Grenzen gestoßen. Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Spielen ist für die Mannschaft von Daniel Thioune, die nach drei Jahren endlich der Zweitklassigkeit entkommen will, zu wenig. „Die Ergebnisse sind nicht gut. Aber von der Krise sind wir sehr, sehr weit entfernt“, beschwichtigte er. „Da darf man auch mal den aktuellen Stand der Tabelle nehmen. Ich glaube, die Krise würde vielen Mannschaften in der Liga gefallen, die wir haben.“

Auf die Hamburger wartet nun das unberechenbare Derby gegen den Stadtrivalen FC St. Pauli am 1. März sowie die Duelle gegen die direkten Aufstiegskonkurrenten Holstein Kiel am 8. März und VfL Bochum am 12. März. Die Fürther selbst haben mit Hannover 96 und Bochum auch ein „Hammerprogramm vor der Brust“, wie es Trainer Stefan Leitl ausdrückte. „Wir wollen gut durch diese Spiele kommen und kontinuierlich punkten.“

Wer will das nicht von den top Vier? Wie auch in der Vergangenheit werden die Mannschaften durchkommen, die bei Rückschlägen mehr Widerstandsfähigkeit beweisen. Und vielleicht holen auch die ärgsten Verfolger des Quartetts, Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf, ihren Sechs-Punkte-Rückstand nochmal auf. Bis dahin gilt, was Nielsen für die letzten zwölf regulären Zweitliga-Partien verkündete: „Wir müssen einfach in jedem Spiel Gas geben und kämpfen.“

© dpa-infocom, dpa:210223-99-551192/3

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