Greis zwischen Hoffen und Bangen

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Deutsche Presse-Agentur

Michael Greis schwankt zwischen Hoffen und Bangen. Das rechte Knie bereitet dem dreimaligen Biathlon-Olympiasieger noch immer Probleme.

Erst kurz vorher wird er entscheiden, ob er beim Heim-Weltcup in Ruhpolding im Sprint und der anschließenden Verfolgung dabei sein kann. „Ich möchte laufen, am liebsten schmerzfrei. Das Heimrennen ist Freude pur. Ich möchte den Jubel der Massen hören, als Taktgeber am Schießstand und Ansporn, nach der ersten auch die vier anderen Scheiben zu treffen“, sagte der seit einigen Jahren in Ruhpolding wohnende Allgäuer aus Nesselwang.

Nachdem Greis bereits in der vergangenen Woche in Oberhof auf die beiden Einzelrennen verzichten musste, versucht er mit der medizinischen Abteilung der deutschen Biathleten und anderen Therapeuten die schmerzhaften Folgen der Sehnenüberreizung abzustellen. „Ich bin medizinisch bestens versorgt, dass der Tag fast zu kurz ist für alle Behandlungen“, meinte er schmunzelnd. „Unser Mannschaftsarzt 'Andi' Kindt koordiniert alles. Viele Leute wollen mir helfen. Nach Oberhof war ich schon ein bissel geknickt, dass ich nicht laufen konnte. Die Hoffnung ist da, dass ich am Wochenende starten kann“, bemerkte der 32 Jahre alte Ausnahmekönner.

Neben den Behandlungen des rechten Knies muss Greis aber auch Zeit finden, um weiter trainieren zu können. Am Wochenanfang hat er sich mit Joggen fit gehalten, danach war er jeden Tag eineinhalb Stunden auf Klassik-Ski unterwegs. Das Stechen im Knie setzt ein, wenn er beim Skaten starken Druck aufs das lädierte Gelenk bringt. „Natürlich ist das keine optimale Vorbereitung. Ich möchte mehr trainieren, um die Substanz zu erhalten. Aber ich schaue schon weiter als nur auf die anstehenden Weltcups. Es geht um die WM-Vorbereitung“, betonte Greis. Oftmals sei in so einer Situation Ruhe aber besser, als ein bissel was zu machen.

Deshalb wird er auch seine weitere Vorbereitung auf die in vier Wochen im koreanischen Pyeongchang beginnenden Weltmeisterschaften überdenken. „Ich muss jetzt das richtige Mittel zwischen Belastung und Erholung finden. Wenn ich in Antholz starte, dann nur, wenn ich reelle Chancen habe“, sagt Greis und erwägt einen möglichen Startverzicht beim letzten Weltcup vor der WM. „Mein wichtigstes Ziel ist, in Korea topfit an den Start zu gehen. Wenn ich das schaffe, hätte ich schon den größten Schritt gemacht. Kommt dann noch ein bissel Glück dazu, kann ich nach Medaillen greifen“, erklärte der Hauptfeldwebel der Bundeswehr. Eine Einzel- und eine Staffelmedaille bei der WM sind das erklärte Ziel des Mixedstaffel-Weltmeisters von 2008.

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