„Grammotzki“ erhöht den Druck - Kein Gedanke an Abstieg

Dimitrios Grammozis
Will sich nicht mit dem Szanarium eines Abstiegs beschäftigen: Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis gestikuliert. (Foto: Tom Weller / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Sieben Wochen nach seiner Ankunft als Chef-Trainer hat auch Dimitrios Grammozis den Schalke-Blues. Nach der wieder einmal bodenlosen Leistung beim 0:4 in Freiburg war der stets hochmotivierte Trainer so verärgert gewesen, dass ihn die „Ruhr Nachrichten“ „Grammotzki“ tauften.

Zwei Tage nach dem Spiel rätselte er immer noch darüber, wie eine solche Leistung zustande kommen konnte. Unter Grammozis erfolgte solch ein Einbruch im sechsten Spiel zum zweiten Mal nach dem 0:5 in Wolfsburg. Seine vier Vorgänger erlebten schon viele andere. Mit vier Punkten aus sechs Spielen hat Grammozis deshalb bisher sogar die beste Bilanz aller fünf Schalke-Trainer dieser Saison.

Am Dienstag kann der Abstieg der Königsblauen schon besiegelt ein. Im Falle einer Niederlage bei Arminia Bielefeld (20.30 Uhr/Sky) hätten sich alle Theorien und Rechnereien erledigt. Grammozis wollte sich damit am Montag noch nicht beschäftigen. „Ich bin Leistungssportler, ich möchte nicht verlieren. Das gilt auch gegen Bielefeld. Mit Szenarien, die eintreten können, beschäftige ich mich nicht“, versicherte er. Den Druck auf seine Spieler erhöhte er trotzdem. Es gehe darum, „eine gute Antwort zu zeigen. Ich kann versichern, dass so ein Spiel nicht einfach hingenommen wird. Wir wollen eine Mannschaft sehen, die bis zum Schluss alles für den Verein gibt.“

Dies ist für die Stimmung auf ganz Schalke, die sich sofort nach dem vollzogenen Abstieg wieder in Aufbruchstimmung wandeln soll, wichtig. Und auch für Grammozis persönlich. Den 42-Jährigen hatten die Schalker Anfang März schon bewusst mit Blick auf den Neuaufbau verpflichtet. Die Frage ist, ob er in dem gewohnt hektischen Umfeld unbeschadet genug aus der aktuellen Saison herauskommt. Sky-Experte Dietmar Hamann hatte am Wochenende schon gemutmaßt, „dass es im Sommer den nächsten Trainer geben könnte. Es hat sich nichts gebessert. So können sie nicht in die 2. Liga gehen.“

Grammozis reagierte gelassen. „Ich weiß nicht, ob Didi Hamann sich auch die Spiele gegen Leverkusen (1:2, d. Red.) und Augsburg (1:0) angeschaut hat. Vielleicht hätte er dann eine andere Meinung“, sagte er: „Weiter möchte ich das nicht kommentieren. Aber daran sieht man, wie viele Leute eine Meinung zu Schalke haben und sich mit dem Verein beschäftigen.“ Auch das macht die Arbeit dort nicht leichter.

© dpa-infocom, dpa:210419-99-262096/3

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