Grafité hält „Wölfe“ auf dem Weg nach Berlin

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Deutsche Presse-Agentur

Für den Gewinn des Lotto-Jackpot gibt es keine Garantie, für Tore von Grafité offenbar schon. Der 29 Jahre alte Torjäger brachte den VfL Wolfsburg mit drei Treffern beim 5:1 (0:0)-Sieg im Pokal-Achtelfinale über Hansa Rostock dem Finale in Berlin ein Stück näher.

„Grafite hat gezeigt, dass er wieder ganz der Alte ist. Und das nach so einer schweren Verletzung. Auch in der Bundesliga wird es noch ein paar weitere Grafite-Tore zu sehen geben“, versprach VfL-Trainer Felix Magath. Erst stand der Brasilianer goldrichtig (58.), dann behielt er die Nerven vom Punkt (86./Handelfmeter) und letztlich die Konsequenz bis zum Schluss (90.). Zu den drei Toren muss man noch ein „halbes“ viertes hinzuzählen, denn beim Rostocker Eigentor half der wuchtige Angreifer mit seinem energischen Einsatz gegen Unglücksrabe Kai Bülow kräftig mit (65.). „Besser geht's beinahe nicht“, befand der Wolfsburger Sturmführer nach seiner Gala.

Und drohte der Konkurrenz mit weiteren Erfolgen: „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent.“ Dabei sind 11 Tore aus nur 11 Bundesliga-Spielen in der Hinrunde, 4 Treffer aus 3 DFB-Pokal-Partien und 3 aus 3 Begegnungen im UEFA-Cup schon eine überaus respektable Ausbeute. Die wäre noch wesentlich nachhaltiger ausgefallen, wenn Grafité eingangs der Hinrunde nicht gesperrt und am Ende des Jahres mit einer schweren Kopfverletzung ausgefallen wäre. „Er ist ein ganz wichtiger Mann für uns“, befand Christian Gentner, der in der 79. Minute den fünften Treffer zum etwas zu hoch ausgefallenen Erfolg der „Wölfe“ beisteuerte.

So reift der Traum vom ersten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte. „Unser Ziel ist auf jeden Fall das Finale. Jetzt sind wir gespannt auf den nächsten Gegner. Hoffentlich spielen wir dann wieder zu Hause“, meinte Grafité angesichts der beeindruckenden Heimstärke. Der VfL ist seit April 2008 in der Volkswagen Arena unbesiegt.

Geträumt haben auch die Hanseaten eine Halbserie lang in der 2. Bundesliga. Und so steht statt Kampf um den Wiederaufstieg nun der gegen den nächsten Abstieg auf dem Programm. Insofern war die Prüfung beim UEFA-Cup-Starter für die Rostocker auch mehr eine Standortbestimmung für die in der Winterpause umformierte und neustrukturierte Mannschaft.

„60 Minuten haben wir ganz kompakt gestanden. Danach haben wir alles oder nichts gespielt und sind bitter bestraft worden“, befand Torschütze Mario Fillinger. Gute Ansätze hatte auch Krisztian Lisztes gesehen. „Darauf müssen wir aufbauen. Die Mannschaft muss zusammenwachsen“, forderte der Ungar nach seinem Hansa-Debüt.

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