Gleich mit einem Auswärtssieg starten

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 Das hätte er auch in den Play-offs gern: Max Brandl bejubelt ein Tor gegen die Towerstars.
Das hätte er auch in den Play-offs gern: Max Brandl bejubelt ein Tor gegen die Towerstars. (Foto: Andreas Chuc)
Sportredakteur

Der EC Bad Nauheim hat zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren das Play-off-Viertelfinale in der DEL2 erreicht. Was der Hauptrundensechste der Saison 2018/19 sich nun vornimmt, macht Stürmer Maximilian Brandl deutlich: „Jeder muss das Ziel haben, so weit wie möglich zu kommen.“ Gegen die Ravensburg Towerstars würden die Roten Teufel am Freitag (20 Uhr) am liebsten gleich mit einem Auswärtssieg starten. Mindestens einen werden sie nämlich brauchen, wenn sie ins Halbfinale kommen wollen.

2016 blieb Bad Nauheim im Viertelfinale gegen Ravensburg (1:4 in der Serie) hängen, 2017 drohte sogar der Abstieg, der gegen die Eispiraten Crimmitschau verhindert wurde. Von solchen Niederungen ist Nauheim aber in den vergangenen zwei Jahren weit entfernt. 2018 landete das Team dank eines Sieges gegen die Towerstars am letzten Spieltag auf Platz fünf – die Ravensburger mussten deshalb in die Pre-Play-offs, wo sie das Aus gegen Crimmitschau ereilte. Bad Nauheim stemmte sich vergeblich gegen den ESV Kaufbeuren im Viertelfinale, an Ende unterlagen die Hessen mit 1:4 in der Serie. Nun nimmt das Team von Trainer Christof Kreutzer einen neuen Anlauf.

Mannschaftliche Geschlossenheit als Schlüssel zum Erfolg

„Uns ist bewusst, dass wir ein Auswärtsspiel gewinnen müssen. Da wollen wir am liebsten am Freitag damit anfangen“, sagt Maximilian Brandl, der den festen Glauben daran hat, dass die Nauheimer gegen die leicht favorisierten Ravensburger, die die Hauptrunde auf Platz drei abschlossen, bestehen können. Die Nauheimer Stärken sieht der 31-jährige Brandl in der mannschaftlichen Geschlossenheit des relativ kleinen Kaders: „Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Außerdem funktionierten die Reihen gut: „Da ist viel Qualität vorhanden.“ Als sehr wichtig im Team empfindet Brandl auch die ausländischen Spieler im Team und Torwart Felix Bick.

Bis vor zwei Jahren hat Brandl für die Towerstars gespielt und in drei Spielzeiten alle Hauptrundenpartien absolviert. Miterlebt hat er so auch den tragischen Tod von Trainer Toni Krinner in der Saison 2016/17. Sportlich sei zudem oft mehr drin gewesen, resümiert Brandl. Doch er habe natürlich auch viele positive Erinnerungen an Ravensburg. Nicht zuletzt, weil in Oberschwaben sein erster Sohn geboren wurde.

Kontakt habe er noch zum jetzigen Teammanager Raphael Kapzan und Stephan Vogt. Da die Fluktuation im Eishockey aber traditionell riesengroß sei, kenne er nur noch wenige Spieler – und könne den aktuellen Kader auch nicht im Detail bewerten. Dass die Towerstars in dieser Saison richtig stark seien, traut sich Brandl dann aber doch zu sagen. „Sie spielen schnelles und offensives Eishockey“, weiß der Stürmer nicht zuletzt aus den vier Duellen gegen Ravensburg in der Hauptrunde. Alle Spiele seien eng gewesen, die in Ravensburg sogar knapper als in Nauheim. „Beide waren auswärts nah dran“, sagt Brandl.

Eine richtige Tendenz, wer sich in der kommenden Best-of-Seven-Serie durchsetze, sei aber nicht abzulesen. Wie es überhaupt schwer sei, in dieser Liga irgendwelche Prognosen für die Play-offs abzugeben. „Die ersten sechs Mannschaften waren verdammt nah beieinander“, sagt Brand. Womit er recht hat: Den Sechsten Bad Nauheim und den Dritten Ravensburg trennten in der Abschluss-tabelle nur drei Punkte – mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass die Towerstars somit Heimrecht im direkten Duell haben.

„Dass wir einen Auswärtssieg brauchen, wissen wir. Wir wollen damit am Freitag anfangen“, sagt Maximilian Brandl. Eine Niederlage sei aber nicht tragisch. Denn dann gebe es ja eine Woche später die zweite Gelegenheit. Und drumherum die Heimspiele in Bad Nauheim. „In unser offenes Stadion kommt keiner gern. Das haben wir schon oft für uns genutzt“, sagt Brandl. Und das wollen sie natürlich wieder nutzen. Erstmals am Sonntagabend.

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