Gladbach wehrt sich nach Einspruch gegen Kritik

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der massiven Kritik aus der Fußball-Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach seinen Einspruch gegen die Wertung des Duells mit Hoffenheim (1:1) wegen verspäteter Dopingproben verteidigt.

„Im Sinne des Wettbewerbs wollen wir eine klare Aussage, was in einem solchen Fall passiert. Es geht uns um Rechtssicherheit. Wir gucken nicht auf die zwei Punkte, das ist Blödsinn“, sagte Sportdirektor Max Eberl der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker waren im Anschluss an die Partie vor zwei Wochen zehn Minuten zu spät zur Dopingprobe erschienen.

„Für mich als ehemaliger Profi wäre es traurig, wenn die Spieler mit drastischen Strafen belangt werden. Sie waren ja nicht gedopt“, sagte Eberl. Den beiden Spielern droht eine einjährige Sperre. Am Samstagmorgen sei Gladbach informiert worden, dass der DFB- Kontrollausschuss ein Verfahren eingeleitet habe. „Wir haben uns einen Rechtsbeistand genommen. Es gab von niemanden - auch nicht vom DFB - eine klare Aussage über das weitere Vorgehen. Deshalb mussten wir als Verein fristgerecht Einspruch erheben, um unsere Rechte zu wahren“, erklärte Eberl.

Am Sonntagabend hatten die Manager Rudi Völler (Bayer Leverkusen) und Dietmar Beiersdorfer (Hamburger SV) das Vorgehen von Gladbach scharf kritisiert und als unsolidarisch bewertet. „Ein stückweit kann ich die Reaktionen aus sportlicher Sicht verstehen“, sagte Eberl. Unterschwellig sei aber im Fernseh-Interview suggeriert worden, dass es Gladbach nur um die Punkte gehe. „Ich bin mir sicher, wenn sich Rudi intensiv mit dem Thema beschäftigen würde und Leverkusen betroffen wäre, würde er genauso wie wir reagieren“, betonte der Borussia-Manager.

Nach den Doping-Skandalen im Radsport und Biathlon fordert Eberl besondere Sensibilität in der Bundesliga: „Doping ist ein Thema im Sport, deshalb müssen wir im Fußball glaubwürdig nach außen auftreten. Wir dürfen nicht fahrlässig mit dem Thema Doping umgehen. Aus diesem Grund brauchen wir klare Regeln, und Regeln bedeuten immer Konsequenzen.“

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