Gittarist Kogler will auch für Neureuther spielen

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Deutsche Presse-Agentur

Bei Kathrin Hölzls Gold-Party holte Slalom-Riese Stefan Kogler die Gitarre raus, nach dem Herren-Slalom möchte er gern auch bei einer Feier für sich und Felix Neureuther für Stimmung sorgen.

Jean-Baptiste Grange, Reinfried Herbst oder Manfred Pranger seien die Favoriten, sagte Kogler vor dem WM-Abschluss und fügte hinzu: „Und nicht zu vergessen der Felix. Denn die WM hat eigene Gesetze. Das ist wie im Pokal beim Fußball.“

Während auch Neureuther selbst um die Medaillen mitfahren will, sind die Ziele für WM-Debütant Kogler - mit 1,93 Metern einer der größten Skirennfahrer bei den Titelkämpfen im französischen Val d'Isère - bescheidener. „Ich möchte eine gute Leistung abliefern, aber das wollen auch über 60 andere. Ich hoffe, dass ich im Ziel sagen kann, ich hab alles versucht“, sagte der 27-Jährige vom Schliersee.

Neureuther hat höhere Ambitionen. Doch vor der WM schied er in seiner Spezialdisziplin viermal nacheinander aus und musste jede Menge Kritik einstecken. Im Vergleich zu Koglers schwarzer Slalom- Serie ist die Ausfall-Bilanz des 24-Jährigen aber nur eine Kleinigkeit: 35 Weltcup-Slaloms und nur zweimal als 16. und 18. in den Punkten - mit Minimal-Resultaten zur WM. „Aber man darf den Glauben an sich selbst nie verlieren“, sagte der Hobby-Gitarrist, dessen Mitnahme sich eigentlich schon durch seine Musik-Einlagen ausgezahlt hat. Nun will er sie auch sportlich rechtfertigen.

Kogler soll einen Achtungserfolg landen, für die ersehnte erste Herren-Medaille seit Florian Eckerts Abfahrts-Bronze vor acht Jahren soll Felix Neureuther sorgen. 31 Jahre hat der Deutsche Skiverband (DSV) auf Riesentorlauf-Gold einer Dame warten müssen, der Sieg eines Slalom-Herren liegt 22 Jahre (Frank Wörndl 1987) zurück. „Der Erfolg von Katy Hölzl tut der ganzen Mannschaft gut, das war ein Befreiungsschlag“, sagte Technik-Coach Mario Weinhandl. „Ich traue Felix die Top fünf zu.“

Vor zwei Jahren bei der WM in Are schied Neureuther als Zweiter des ersten Laufs nach Zwischenbestzeit aus. Diesmal möchte der Sohn von Christian Neureuther und Rosi Mittermaier mit einer Medaille zurück, wenngleich der fünfmalige Podest-Fahrer eigentlich nicht zu den Favoriten zählt. „Aber bei einer WM ist alles drin. Ich kann befreit losfahren und hoffe, dass ich für eine Überraschung sorgen kann“, sagte Neureuther, der sich in der WM-Vorbereitung an der Lippe verletzte, sich aber rechtzeitig fit meldete.

Im Riesenslalom erwischte Neureuther nach zwölf Weltcup- Ausscheidern in dieser Disziplin nacheinander am Freitag als 19. beim Sieg des Schweizers Carlo Janka einen erfreulichen WM-Einstand. Und nach den jüngsten Ausscheidern im Slalom will er nun auch dort wieder schnell ins Ziel kommen. „Wir haben sehr viel am Material geändert und getestet“, verriet der 24-Jährige. „Ich hatte vor der WM immer schnelle Zwischenzeiten, aber das neue Material ist fehlerverzeihender.“

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