Giants Düsseldorf im Pokal-Halbfinale

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Deutsche Presse-Agentur

Neue Stadt, erster Erfolg: Ein halbes Jahr nach dem Umzug aus Leverkusen haben die Basketballer der Giants Düsseldorf mit dem Einzug ins Pokal-Halbfinale ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.

„Das ist das Sahnehäubchen auf einen tollen Anfang“, freute sich Trainer Achim Kuczmann nach dem 78:73-Heimsieg gegen die Brose Baskets Bamberg. Mit 2250 Zuschauern war das Burg-Wächter Castello zu zwei Dritteln gefüllt, in der Liga kommen im Schnitt knapp 2500 Besucher. „Dafür haben wir in Leverkusen Jahre gebraucht“, sagte Kuczmann.

Wenn Claudio Di Padova über die Entwicklung der Giants spricht, nutzt der Geschäftsführer das Bild, der „zarten Pflanze, die langsam wächst und gedeiht“. Ein Fanclub hat sich gegründet, erstmals fuhren 100 Anhänger Ende Dezember nach Bonn zu einer Auswärtspartie. Nach der Hinserie steht der Neuling auf Playoff-Platz acht und bewegt sich mit einem Etat von 2,2 Millionen im unteren Bereich der Liga. „Wir brauchen noch deutlich mehr Geld. Außerdem suchen wir einen Namenssponsor“, sprach Di Padova über die Planung der weiteren Entwicklung. In der Gegenwart glänzten gegen Bamberg besonders Brant Bailey (14 Punkte) und Publikumsliebling Gordon Geib (9).

Dem Aufblühen des Profi-Basketballs in Düsseldorf ging die Entwurzelung des deutschen Rekordmeisters voraus. Die Ära von Bayer Leverkusen endete nach 40 Erstliga-Jahren, 14 Titeln und zehn Pokalsiegen. Als vor dieser Saison der Namensgeber und Hauptsponsor ausstieg, sicherte sich Düsseldorf die Lizenz. „Die Infrastruktur, die Unternehmensdichte - das ist eine ganz andere Welt als in Leverkusen“, berichtete Di Padova.

Im VIP-Bereich der Halle in Düsseldorf erinnern großformatige schwarz-weiß Bilder an erfolgreiche Bayer-Zeiten. Ein junger Henning Harnisch jubelt darauf, der heutige Bundestrainer Dirk Bauermann dirigiert. Auch Denis Wucherer ist abgebildet - einige Meter entfernt betrachtete der 35-Jährige, viermal mit Leverkusen Meister, den Erfolg des Nachfolgers im Viertelfinale. „Es tut nach wie vor noch weh“, sagte er nachdenklich. „Ich glaube aber, dass Düsseldorf ein gleichwertiger Ersatz ist. Die Giants sind keine Retortenmannschaft.“

Auch Kuczmann empfindet als langjähriger Bayer-Spieler und -Coach noch diesen Schmerz. „Aber das Kapitel ist abgeschlossen. Wir können hier etwas aufbauen“, schaut der Co-Trainer der Nationalmannschaft nach vorne. Dieses Jahr soll es bereits mit den Playoffs klappen. Im Drei-Jahres-Plan wollen sich die Giants nach Wunsch von Di Padova in der Düsseldorfer Sportszene etablieren. „Irgendwann möchte ich gerne um die Meisterschaft mitspielen und internationale Partien im ISS-Dome austragen“, sagte der Geschäftsführer. Die Halle bietet mehr als 10 000 Zuschauern Platz. Und doch ist bei allen Zukunftsplänen immer etwas Historie dabei: In der neuen Trainingsstätte liegt das alte Parkett aus der ehrwürdigen Wilhelm-Dopatka-Halle in Leverkusen.

[Giants Düsseldorf]: Nürnberger Straße 16-18, Düsseldorf

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