Geteilte Gefühlslage nach Gipfel-Remis

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Auch die Gefühlslage der beiden Trainer war nach dem Remis im Zweitliga-Gipfel geteilt. Weder FCK-Coach Milan Sasic noch Kollege Jörn Andersen waren wirklich zufrieden mit dem 1:1 (0:1) in Kaiserslautern zwischen den „Roten Teufeln“ und dem FSV Mainz 05.

Echter Unmut klingt aber auch anders. „Es wäre auch verdient gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Aber wir können mit dem Punkt leben“, sagte Sasic. „Ich war nur mit den ersten 20 Minuten zufrieden. Das 1:1 ist verdient, lässt uns alle Chancen“, erklärte Andersen.

Am Dienstag und damit an seinem 46. Geburtstag durfte sich der Skandinavier dann über die Verpflichtung von Delron Buckley vom Bundesligisten Borussia Dortmund freuen durfte. Der bis 30. Juni 2009 gültige BVB-Vertrag mit dem 31-Jährigen aus Südafrika war noch vor Ablauf der Wechselfrist aufgelöst worden. „Wir hatten kurzfristig die Chance, Buckley zu wirtschaftlich günstigen Konditionen zu bekommen. Er ist ein sehr erfahrener Spieler, der offensiv auf mehreren Positionen einsetzbar ist“, betonte 05-Manager Christian Heidel.

Gegen die Lauterer, die bei klirrender Kälte auch im zehnten Heimspiel der Saison ungeschlagen blieben, reichte die Offensivkraft der Mainzer nicht zum Sieg. Gleichwohl wurde der Herbstmeister vor 46 316 Zuschauern dem Ruf als beste Auswärtsmannschaft der Liga weitgehend gerecht. Torschütze Markus Feulner (6.) räumte aber auch ein: „Ein Schmankerl war es nicht.“ Wenn der FSV das 2:0 gemacht hätte, „kommen die Lauterer in der zweiten Halbzeit nicht mehr so stark auf“. Das kamen die Hausherren aber und bejubelten den Ausgleich durch Srdjan Lakic (72.).

„Wir schauen jetzt nach vorn“, meinte der Mainzer Milorad Pekovic. Der Mittelfeldspieler forderte, gegen 1860 München die miserable Heimbilanz (12 Punkte in acht Spielen) mit einem Sieg aufzupolieren. In der Tabelle liegt Mainz als Dritter (32 Punkte) aufgrund der besseren Tordifferenz vor Lautern (32), aber hinter dem führenden SC Freiburg (33) und der zweitplatzierten SpVgg Greuther Fürth (32).

Für den FCK geht es zum 1. FC Nürnberg. „Ich bin überzeugt, dass wir bis zum Ende oben dran bleiben“, meinte Torschütze Lakic. Selbstvertrauen zogen die Pfälzer aus der zweiten Hälfte, in der sie den Rivalen vom Rhein mächtig unter Druck setzten. „Da haben wir mit hohem Tempo und Aggressivität gespielt. Die Mainzer kamen nur noch zu Befreiungsschlägen“, sagte Sasic.

Er nahm seinen Abwehrspieler Moussa Quattara in Schutz, der mit zwei kapitalen Fehlern nicht nur die die Fans in Wallung gebracht hatte und für das 0:1 mitverantwortlich war. „Solch ein Fehler wie vor dem 0:1 kann passieren“, beschwichtigte Sasic aber.

Vor der Partie war es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei hatte alle Mühe, am Lauterer Bahnhof 300 gewaltbereite 05-Fans von 500 FCK-Anhängern zu trennen. Zudem wurden nach Polizeiangaben - auch im Stadion - mehrfach Pyrotechnik gezündet und Sachbeschädigungen begangen. Einem drogenabhängigen Mainzer retteten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben das Leben, als sie ihn nach einem Kollaps aus dem Gästeblock holten und ins Krankenhaus bringen ließen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen