Ganz kurzer Prozess

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Glückliche Häfler: Athansios Protopsaltis (li.), Co-Trainer Radomor Vemic und Zuspieler Tomas Kocian feiern.
Glückliche Häfler: Athansios Protopsaltis (li.), Co-Trainer Radomor Vemic und Zuspieler Tomas Kocian feiern. (Foto: Günter Kram)

Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen haben in der Champions League die Gruppe B für sich entschieden. Nach dem 3:0-Sieg gegen Sastamala (25:15, 25:13, 25:12), dem 26. Saisonsieg im 26. Spiel, haben die Häfler einen Spieltag vor Schluss 14 Punkte, der Zweite Ankara neun. 1554 Zuschauer in der ZF-Arena waren 75 Minuten lang von ihrem Team begeistert.

Die Ausgangsposition war klar. Nach der 1:3-Niederlage des Tabellenzweiten Halbank Ankara bei Paok Thessaloniki genügte dem VfB Friedrichshafen im fünften Gruppenspiel ein Tiebreaksieg, um Gruppensieger im Pool B zu werden.

VfB-Trainer Vital Heynen überließ aber nichts dem Zufall und schickte seine erste Sechs ins Spiel. Oder seine erste Fünfeinhalb, Zuspieler Tomas Kocian spielte für Kapitän Simon Tischer. Neben Kocian spielten Bartlomiej Boladz, Athanasios Protopsaltis, David Sossenheimer, Philipp Collin und Jakob Günthör.

Heynen: Unglaubliche Abwehr

Der erste Satz verlief ganz nach dem Geschmack der Zuschauer in der ZF-Arena. Spektakuläre Ballwechsel, unglaubliche Rettungsversuche und viele spektakuläre Punkte. Der VfB Friedrichshafen hatte meistens das bessere Ende für sich. Über 8:5 und 16:8 zu den technischen Auszeiten zogen die Häfler davon. Die Spieler von Sastamala konnten einem schon leid tun. Ganz besonders leid tun konnte einem der Schwede bei den Finnen. Die Spieler vom Bodensee suchten mit dem Aufschlag – wie im Hinspiel – immer wieder Erik Sundberg, der große Probleme in der Annahme hatte. Ständig flogen die Bälle auf den blonden Schweden mit der Prinz-Eisenherz-Frisur zu, meistens hieß es unmittelbar danach: Punkt Friedrichshafen. Als Thomas Carmody seinen Aufschlag ins Aus drosch war Satz eins zu Ende: 25:15 für den VfB.

Auch der zweite Durchgang verlief nach den ersten Ballwechseln wieder einseitig. Der VfB spielte sehr konzentriert, Sastamala machte zu viele Fehler, vor allem im Angriff. Das Spiel wurde immer einseitiger, auch, weil der VfB nicht locker ließ und den finnischen Meister zu Fehlern zwang. Gleich den ersten Satzball verwandelte Friedrichshafen, es waren aber die Finnen, die den Häflern den Punkt schenkten. Sastamala Diagonalangreifer Urpo Sivula hatte die Drei-Meter-Linie übertreten. VfB-Libero Markus Steuerwald machte seinen Trainer darauf aufmerksam. Der Videobeweise bestätigte Steuerwalds Vermutung – 25:13 für den VfB.

Der dritte Durchgang wurde zum Schaulaufen für den VfB. Sastamala Trainer Sami Kurttila hatte ein Einsehen mit seinem Außenangreifer Sundberg und ließ ihn draußen, für ihn kam Peetu Mäkinen. Im weiteren Verlauf wechselte Kurttila sein gesamtes Team aus. Seine besten Angreifer waren entnervt von der guten Block- und Abwehrarbeit des VfB, doch der zweite Anzug passte ebenfalls nicht. Es waren mehrere Klassen Unterschied zwischen den Häflern und Sastamala. Der erneut starke Athanasios Protopsaltis verwandelte den ersten Matchball zum 25:12. Was für eine Demonstration.

„Wir wussten, dass wir gegen Sastamala Platz eins für uns entscheiden konnten. Es war kein Druck, aber man muss ein solches Spiel erst spielen. Wir haben es gut gemacht“, sagte VfB-Zuspieler Tomas Kocian. „Wir hätten mehr Gegenwehr erwartet, aber wenn es so läuft, dann ist es auch gut. Die Leistung der gesamten Mannschaft war gut. Wir haben wenig Fehler gemacht“, meinte VfB-Zuspieler Markus Steuerwald. „Es war das beste Spiel der Saison. Unsere Abwehr war unglaublich. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass ich nichts zu sagen habe, weil das Spiel so gut war“, lobte Trainer Vital Heynen.

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