Situation für Rose ungemütlich: „Geht auf meine Kappe“

Borussia Mönchengladbach - FSV Mainz 05
Die Mainzer jubeln nach dem Tor zur 1:0-Führung in Mönchengladbach. (Foto: Federico Gambarini / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Morten Ritter

Im einem vollbesetzten Borussia-Park wäre Marco Rose mit einem Pfeifkonzert verabschiedet worden. Nach der zweiten Heimpleite in Serie und dem vierten Spiel ohne Sieg rutscht Borussia Mönchengladbach nach der Abschiedsankündigung des Trainers in eine Ergebniskrise.

Vier Tage vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City wird die Situation für den Gladbacher Coach ungemütlich. „Ich weiß, dass es jetzt nicht ruhiger wird. Dafür trage ich auch die Verantwortung. Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe, weil es um meine Person in dieser Woche viel Unruhe gegeben hat“, sagte Rose nach dem 1:2 (1:1) gegen Mainz 05.

Die Rheinhessen feierten den zweiten Auswärtssieg der Saison genüsslich und sind nun bis auf einen Punkt an den Relegationsrang herangerückt. Der eingewechselte Kevin Stöger erzielte den 2:1-Siegtreffer für die Gäste, in Leverkusen hatte er am vergangenen Wochenende das 2:2 für seinen Club erzielt. Zuvor hatte Karim Onisiwo (10.) das 1:0 erzielt, Gladbachs Kapitän Lars Stindl gelang der Ausgleich (26.), ehe Stöger in der 86. Minute das Spiel entschied. „Diese Mentalität, die wir an den Tag legen, ist ausschlaggebend. Auch die Spieler, die reinkommen geben alles und so haben wir das Spiel von der Bank entschieden. Jetzt haben wir den Anschluss geschafft“, sagte Sportdirektor Martin Schmidt.

Gladbachs Trainer war die Anspannung in seinem ersten Spiel nach seiner Entscheidung, den Club zu verlassen, nicht anzumerken. Angekündigte Fanproteste vor der Geschäftsstelle kamen wegen der Sicherheitsvorkehrungen nicht zustande und im Stadion war es ohnehin nicht möglich. Und nach dem schnellen Führungstreffer der Gäste durch Onisiwo, der Borussias Torhüter Yann Sommer mit einem Linksschuss ins lange Eck überraschte, hatte der Coach auch schnell andere Sorgen. „Uns fehlte heute die Konsequenz und auch die Überzeugung“, sagte Rose.

Sein Team tat sich schwer gegen die in der Defensive mit einer kompakten Fünferreihe agierenden Gäste. Einen zunächst gegebenen Foulelfmeter nahm Schiedsrichter Markus Schmidt nach Videoentscheidung wieder zurück. Dennoch traf Stindl dann doch noch aus elf Metern mit einem Flachschuss aus halblinker Position zum 1:1. Die Vorlage kam von Jonas Hofmann. Es war der zehnte Saisontreffer für Borussias Kapitän. Zehn Minuten später scheiterte Alassane Plea zunächst mit einem Flachschuss an Mainz-Keeper Robin Zentner und traf später nur das Außennetz.

Die von ihrem neuen Trainer Bo Svensson gut eingestellten Rheinhessen kamen immer wieder zu guten Möglichkeiten. Adam Szalai verfehlte mit einem Distanzschuss (25.) nur knapp das Gladbacher Tor, in anderen Situationen rettete die Gladbacher Defensive um Abwehrorganisator Matthis Ginter, der sein 250. Bundesligaspiel bestritt.

Die Gastgeber hatten deutlich mehr Spielanteile und Ballbesitz, aber zu wenig zwingende Torchancen gegen die zweikampfstarken Mainzer. Valentino Lazaro scheiterte in der 52. Minute mit einem Rechtsschuss, Stindl mit einem Freistoß (57.). Auch die Schlussoffensive der Gastgeber brachte nichts mehr. Im Gegenteil: Der eingewechselte Stöger, der schon vor einer Woche mit seinem Treffer das 2:2 in Leverkusen rettete, erzielte kurz vor Schluss mit einem strammen Linksschuss aus spitzem Winkel den 2:1-Siegtreffer für Gäste. „Am Ende hatten wir auch das Glück auf unserer Seite“, sagte Svensson.

© dpa-infocom, dpa:210220-99-524115/3

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