Fußball-England jubelt: Quartett im Viertelfinale

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Deutsche Presse-Agentur

„Football's Coming Home“: Das Fußball- Mutterland England setzt seinen Eroberungszug auf dem Kontinent fort, für die Weltmeister-Nation Italien wurde Europas Bühne zum Alptraum.

„Verflucht!“ prangte es in großen Lettern auf der Titelseite der „Gazzetta dello Sport“, nachdem Manchester United Italiens Meister Inter Mailand aus der Champions League geworfen hatte und der AS Rom in einem Elfmeter-Krimi am FC Arsenal gescheitert war. „Eine Nullnummer in Europa“, resümierte „Tuttosport“ - die Runde der besten Acht findet ohne italienische Teams statt.

Wer indes die Nummer Eins in der „Königsklasse“ in dieser Saison sein wird, ist für den geschlagenen Inter-Trainer José Mourinho bereits klar. „Manchesters Spieler sind auf dem Gipfel ihrer Karriere. Sie haben Erfahrung, Qualität, große Physis und Intensität in ihrem Spiel. Darum geht es bei der Champions League, und ich glaube, sie gewinnen diese Saison fünf Titel“, sagte der Portugiese, der den FC Porto 2004 zum Titel geführt hatte - in diesem Jahr haben es die Portugiesen erneut ins Viertelfinale geschafft.

Neben dem FC Villarreal zählt der Ex-Champion allerdings eher zu den vermeintlichen Leichtgewichten, wenn am 20. März in Nyon Viertel- und Halbfinale ausgelost werden. Ein anderes Kaliber ist der zweite Club aus der Primera Division: Beim 5:2 über Frankreichs Serienmeister Olympique Lyon brillierte der FC Barcelona und unterstrich seine Ambitionen auf den Titel, nachdem Erzrivale Real Madrid kläglich gegen Liverpool gescheitert war. Wie schon in der vergangenen Saison hat nur die Premier League keine Federn lassen müssen. Am Dienstag waren bereits der FC Chelsea und der FC Liverpool ebenso wie der deutsche Rekordmeister Bayern München weitergekommen.

24 Stunden später wies dann Premier-League-Primus ManU Serie-A- Spitzenreiter Mailand die Grenzen beim 2:0 auf. „Jose Mourinho umarmte Sir Alex Ferguson nach dem Schlusspfiff, und das war wirklich der einzige Moment, wo Inter Mailand Manchester United im Griff hatte“, spottete der „Daily Telegraph“.

Im Theater der Träume fiel der Vorhang für Inter, die Fans sangen „Bye, bye Mourinho“. Vor dem Liga-Topduell am kommenden Samstag mit Liverpool bemängelte Manchester-Coach Sir Alex Ferguson allerdings die Einkehr von Bruder Leichtfuß nach der frühen Führung durch Nemanja Vidic: „Nach dem ersten Tor dachte ich, wir hätten das Spiel im Griff. Aber dann haben wir mit Schlenzern und Hackentricks angefangen.“ Weltfußballer Cristiano Ronaldo sorgte kurz nach der Pause für das 2:0 und damit den erst zweiten Sieg von Ferguson in 14 Partien gegen eine Mourinho-Mannschaft.

Und der unterlegene Coach, der nach dem 0:0 im Hinspiel nach eigener Aussage Ferguson eine Flasche Rotwein für 300 Pfund aufs Hotelzimmer hatte bringen lassen, verschickte diesmal Komplimente. „Manchester United ist ein Qualitätsteam und hat gegen uns ganz genau gezeigt, warum sie Champions-League-Sieger sind. Man muss zugeben, dass der Sieg verdient war“, sagte Mourinho.

Aufatmen konnte Arsenal-Coach Arsene Wenger. Wenn auch mit Verspätung. „Wir haben immense mentale Stärke bewiesen, indem wir zurückgekommen sind und noch gewonnen haben“, meinte der Franzose nach dem 7:6 der Londoner im Elfmeterschießen in Rom. Während AS- Urgestein Francesco Totti der vergebenen Chance nachtrauerte, das Finale in seiner Heimat auf dem Rasen erleben zu können, war Wenger erleichtert, die blitzsaubere Bilanz der englischen Clubs nicht getrübt zu haben. „Ich war sehr, sehr besorgt, dass wir, falls wir die einzige englische Mannschaft wären, die ausscheidet, in unserer Entwicklung stecken bleiben.“

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