Fußball-Bundesliga trotz Corona? Leser von Schwäbische.de reden Klartext

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Bundesliga kurz vor dem Neustart
Ab Mitte Mai rollt in der Bundesliga wieder der Ball. (Foto: Jan Woitas / dpa)
Schwäbische Zeitung

Es geht wieder los: Nach der Freigabe von Bund und Ländern setzt der Profi-Fußball die Bundesliga-Saison am 16. und 17. Mai mit dem 26. Spieltag und Geisterspielen fort. Ende Juni soll der Deutsche Meister feststehen.

Bevor es losgeht, sollen die Mannschaften laut DFL-Hygienekonzept sieben Tage lang in "eine Quarantänemaßnahme". Von diesem Wochenende an werden sich die Clubs also zum größten Teil in ihre normalen Teamquartiere zurückziehen und diese nur zu den Trainingseinheiten verlassen. So sollen neue Corona-Fälle verhindert werden.

Die Vereine müssen auch bei einer Vielzahl von Corona-Fällen im Kader antreten - sofern sie grundsätzlich noch genug gesunde Spieler zur Verfügung haben. DFL-Boss Seifert verwies auf die gültigen Regularien des Spielbetriebs, in denen festgelegt sei, wie viele Spieler ein Club zur Verfügung haben müsse.

Wir haben Sie - die User von Schwäbische.de - befragt: Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema?

Eine Auswahl an Meinungsbeiträgen:

Es gibt nun mal den Beruf des Fußballspielers

Norbert F."Ich habe eine klare Meinung dazu. Es gibt nun mal den Beruf des Fußballspielers. Warum sollte er seinen Beruf nicht ausüben können/dürfen? Nur, weil die meisten Millionäre und arrogant sind? Die gibt es in der freien Wirtschaft auch und wahrscheinlich viel mehr als Fußballspieler. Auch ein normaler Arbeitnehmer arbeitet doch in Corona-Zeiten, wenn auch eingeschränkt. Ich bin zum Beispiel seit Wochen im Home-Office und es funktioniert. Warum also nicht, unter Voraussetzung der Vorgaben natürlich, der Profi-Fußballer? Jedenfalls freue ich mich, dass es bald wieder losgeht."

Ich kann da nur den Kopf schütteln

Erika R.: "Muss das jetzt schon sein? Die Spieler werden dann öfter auf Corona geprüft. Dies sollte man doch lieber bei den Ärzten und Schwestern tun, die die ganze Zeit für uns da waren. Ich kann da nur den Kopf schütteln. Nur des Geldes wegen?"

Entweder alle oder keiner!

Stefan N.: "Sorry, keine Ausnahmen, auch nicht für die erste und zweite Bundesliga! Entweder dürfen alle wieder Fußball spielen, Profis wie Amateure, oder keiner!"

Das Geld wäre woanders besser investiert

Christian H.: "Es ist mir im Prinzip egal, ob wieder gespielt wird oder nicht. Aber bitte vor leeren Tribünen, und die Spieler bleiben unter sich. Was mich aber vor allem stört, ist, dass für den Fußball Geld ausgegeben wird, das woanders fehlt. Viel wichtiger ist es, die Schulen mit Material und Knowhow auszustatten, dass echtes Homeschooling effektiv funktionieren kann."

Das finde ich unverantwortlich!

Lena D. via Facebook: "Das finde ich unverantwortlich! Die vielen Tests, die dafür nötig sind, werden viel dringender an anderer Stelle gebraucht: in Kitas, Schulen, Pflegeheime, Krankenhäusern."

Wie halten die den Mindestabstand ein?

Manuela W.: "Wie halten die den Mindestabstand beim Spielen ein? Da dies wohl eher nicht möglich ist, sollte zumindest eine Maskenpflicht gelten. Da es sich ja bei den Fußballern um Vorbilder handelt, sollte hier doch keinerlei Kompromiss eingegangen werden."

Man streitet mittlerweile über jeden Mist

Thomas-Jürgen M.: "Ist es das, was unsere Regierung und die Medien wollen? Man streitet mittlerweile über jeden Mist. Soll man Fußball spielen oder nicht? Sollen die Kinder in die Schule oder nicht? Soll die Gastronomie öffnen oder nicht? Und jeder der selbsternannten 'Experten' hat seine Meinung und seinen Rat dazu. Entweder wir beginnen wieder langsam zu leben oder wir sperren uns weiterhin ein und warten, bis alles vorbei ist. Bevor wir jetzt über das Wenn und Aber diskutieren, sollten wir die nächsten Tage abwarten. Zurückrudern kann man dann immer noch."

Hier wird mit zweierlei Maß gemessen

Johann K.: "Ich denke, dass beim Fußballspielen der von allen anderen geforderte Mindestabstand keinesfalls eingehalten werden kann. Insofern wird hier für jeden erkennbar mit verschiedenen Maßstäben gemessen. Warum? Begründung? Komme mir jetzt keiner mit: Die müssen ihren Beruf ausüben können, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Das muss die ganz große Mehrheit der 'Normalbürger' auch - und die sacken ganz bestimmt nicht diese Unsummen ein. Alle sollen gleich sein, aber einige Wenige sind offensichtlich doch gleicher. Ob das so gut bei der Bevölkerung ankommt?"

Geld geht vor Gesundheit

Ulrich B. via Facebook: "Vollkommen verantwortungslos! Geld geht vor Gesundheit. Sport, vor allem Spitzensport, wie z.B. Fußball, kann bei einer unentdeckten Infektion zu Herzmuskelentzündung führen und dadurch zu einem hohen Todesfallrisiko. Weiterhin kann Kontakt mit unwissentlich infiziertem Mitspieler vorkommen, Viren werden eventuell übertragen, ein infizierter Spieler hat nach dem Spiel etliche Sozialkontakte, infiziert den einen oder anderen."

Wo bitte bleibt hier die Gerechtigkeit?

Alexander H.: "Was soll das? Die Herren Profis sollen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, den unzähligen Amateuren in vielen Sportvereinen ist die Ausübung ihres Hobbys untersagt. Wie soll das gehandelt werden mit den kulturellen Vereinen, wie Musik- und Gesangvereinen? Ist das gemeinsame Musizieren oder Sporteln um so viel gefährlicher als das Fußballspiel der Profis? Wo bitte bleibt hier die Gerechtigkeit?"

Kluft zwischen Profi-Clubs und Fans immer größer

Kathrin S.: "Hallo?! Entweder ALLE oder KEINER. Wir in den Amateurklassen dürfen nicht einmal trainieren und die Herren Profis trainieren und spielen wieder. Die Kluft zwischen Profivereinen und uns Fans wird immer größer."

Das Volk braucht Brot und Spiele

Heike H.: "Ich bin dafür! Das Volk braucht Brot und Spiele, gerade in Krisen Zeiten. Nur, weil man jemanden anderem etwas verbieten will, wird die eigene Situation nicht besser."

Opium für das Volk - und Millionen für die Klubs

Leander M.: "Opium für das Volk - und Millionen für Klubs und Rechteinhaber? Es zeigt sich abermals, dass die Lobbyisten der Kickklubs neben den Automobilvertretern wohl eine der mächtigsten Einflussnehmergruppe des Politikbetriebs zu sein scheinen. Aber wer möchte sich in Zeiten schon auf das Sofa setzen und den Vorgängen in einem leeren, stimmungslosen Stadion folgen - einerseits sicher ein Zeichen wiederkehrender Normalität, andererseits auch ein Poker um Millionen. Wer profitiert denn außer Spielern, deren Management und den Fernsehsendern von den wieder aufgenommenen Spielen? Keine Verkehrsunternehmen, denn die Fans bleiben daheim. Keine Gastronomie, denn die Fans bleiben daheim. Keine Spieler, denn die Stimmung im Stadion ist null. Bevor man nicht wenigstens etwas Bierumsatz in die Kneipe am Eck bringen kann, braucht niemand Fußball."

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