Frings wieder in Startelf: „Bin kein Rebell“

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Deutsche Presse-Agentur

Rückkehrer Torsten Frings kehrt wieder in die erste Elf zurück, doch als Stammspieler der Nationalmannschaft darf sich der 32-jährige Bremer 2009 nicht sehen.

„Er hat eine komplette Vorbereitung absolviert und ist wieder in einer wesentlich besseren Verfassung“, erklärte Joachim Löw einen Tag vor dem Länderspiel-Start des Jahres gegen Norwegen. Frings könne mit einem Platz in der Startelf neben Kapitän Michael Ballack rechnen, bemerkte der Bundestrainer. Nach der EM im Vorjahr hatte der Bremer Routinier „den Rhythmus etwas verloren“, formulierte der DFB-Chefcoach diplomatisch. Frings' Reservisten-Rolle hatte die größten internen Auseinandersetzungen in der Ära Löw ausgelöst.

„Mein letztes Länderspiel von Anfang an war das EM-Endspiel - ich denke, dass ich jetzt mal wieder dran wäre“, erklärte der Bremer nun in Düsseldorf. Über eine erneute Ersatzrolle wäre Frings zwar „traurig und verärgert“. Aber im Jahr zwischen zwei großen Turnieren sei es auch normal, dass der Trainer Spieler ausprobieren wolle und der eine oder andere dann mal auf die Bank müsse. Wichtig sei vor allem die WM-Qualifikation. „Mein Ziel ist es, bei der WM 2010 in der ersten Elf zu stehen“, betonte der Mittelfeldspieler in mehreren Interviews.

„Es war sicherlich ein Fehler von mir, dass ich meine Unzufriedenheit öffentlich gemacht habe. Doch jetzt wollen wir wieder gemeinsam Gas geben, um unsere Ziele zu erreichen“, erklärte Frings, der im vergangenen Herbst mangelndes Vertrauen von Bundestrainer Löw beklagt und sogar mit einem DFB-Rücktritt geliebäugelt hatte. „Die Sache ist für uns erledigt. Bei mir bleibt nichts hängen und ich hoffe, dass es umgekehrt genauso ist“, sagte der 78-malige Nationalspieler nun in Düsseldorf zum Verhältnis zu Löw.

„Ich fühle mich nicht als Rebell. Warum auch? Ich habe hier acht, neun Jahre immer alles gegeben, habe nie irgendwas Negatives für die Nationalmannschaft geleistet. Im Gegenteil: Ich habe sie immer voller Stolz repräsentiert“, betonte Frings. Der Bremer war nach seinem Debüt in der DFB-Elf im Februar 2001 gegen Frankreich (1:0) bei zwei Welt- und zwei Europameisterschaften dabei. Eine „Stammplatz-Garantie“ habe er dabei nie gehabt: „Weder Rudi Völler noch Jürgen Klinsmann noch Jogi Löw haben je zu mir gesagt: Junge, du spielst bei mir immer.“

Seinen Stil und auch seinen Umgang mit Kollegen, Trainern und der Öffentlichkeit will Frings nicht umstellen: „Ich bin kein Typ, der irgendetwas schluckt, ich war nie ein Ja-Sager. Damit bin ich meine ganze Karriere gut gefahren, und das wird sich auch nicht ändern.“ Es sei normal, dass immer neue Spieler nachdrängen, eine Hierarchie würde immer automatisch wachsen. „Ich musste mir alles erkämpfen. Ich habe ungefähr 100 Bundesligaspiele gemacht, ehe ich in die Nationalmannschaft berufen wurde. Deshalb ist es für mich auch völlig normal, dass ich mich dem Konkurrenzkampf stelle, dem ich mich schon seit zehn Jahren gestellt habe.“

Ein Alters-Probleme sieht Frings, der im WM-Jahr 34 Jahre alt wird, überhaupt nicht: „Ich bin ja nicht so alt, dass ich nicht mehr laufen kann.“ Im Gegenteil: Der Bremer sieht sogar Vorteile: „In meinem Alter ist man doch gerade mittendrin in der Karriere, denn man hat viel Erfahrung und ist noch körperlich fit.“

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