Freundlicher Hamilton - Massa-Kampfansage

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Deutsche Presse-Agentur

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton begrüßte die über 300 Gäste in einem Nobelhotel in Tokio mit einem freundlichen „Konnichiwa“, Verfolger Felipe Massa ließ die Kampfansage für den Großen Preis von Japan folgen.

„Wir haben eine große Möglichkeit vor uns und wir werden nicht aufgeben. Das Rennen zu gewinnen ist unser klares Ziel“, betonte der sieben Punkte hinter seinem britischen Rivalen zurückliegende brasilianische Ferrari-Pilot. „Ich fühle mich speziell zu diesem Zeitpunkt um Einiges stärker als vergangenes Jahr“, konterte McLaren-Mercedes-Mann Hamilton und versprach ebenfalls einen Kampf bis zum letzten Rennen.

Hamilton hat bei 84 Zählern vor dem drittletzten Saisonrennen sieben Punkte Vorsprung vor Massa. Bei der Pressekonferenz des Internationalen Automobilverbandes FIA und des Reifenherstellers Bridgestone mied der Herausforderer aus Südamerika lange den Blick des entspannt wirkenden Briten. Er freue sich „auf ein starkes Rennen“, meinte Massa. Erst beim abschließenden Gruppenfoto wechselten die beiden Widersacher ein paar Worte und lachten miteinander.

Zumindest scheint die Angst vor einem erneuten Sintflut-Grand-Prix inklusive Safety-Car-Chaos am Fuße des berühmten Fuji gebannt. Noch- Weltmeister und Massa-Teamkollege Kimi Räikkönen setzt auf gutes Wetter. Die silberne Konkurrenz, die vor einem Jahr noch ein 13-Punkte-Polster verspielte, hat keine Angst vor Regen. „Bereits bei vier von bisher 15 Rennen war in dieser Saison Regen im Spiel; dreimal fuhr Lewis als Erster über die Ziellinie“, bemerkte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug.

Allerdings geht er nicht davon aus, dass der Scuderia noch einmal eine Panne wie beim Pit-Stopp von Massa in Singapur unterläuft, als der Tankrüssel im Ferrari stecken blieb und der WM-Zweite leer ausging. „Das amtierende Weltmeisterteam ist deshalb aber trotzdem keine Trottelmannschaft, sondern hat nur bewiesen, wie dicht Triumph und Niederlage in der Formel 1 zusammenliegen“, sagte Haug in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Italiener zogen indes Konsequenzen: In Japan wird statt elektronischer Anzeige wieder der traditionelle „Lollipop-Mann“ den Piloten freie Fahrt nach dem Tankstopp gewähren.

Fürchten müssen Silber und Rot aber auch die Attacken der Weiß- Blauen. Robert Kubica, WM-Dritter mit 64 Zählern, und Nick Heidfeld (56), WM-Fünfter mit nur einem Punkt Rückstand auf den Finnen Räikkönen (57), wollen es wissen. „Es ist angenehm, mit McLaren und Ferrari fighten zu können“, meinte Heidfeld, der weiteren Antrieb durch seine am Montag verkündete Vertragsverlängerung bekommen haben dürfte. Einen „Extra-Schub“ verspürt auch Landsmann Timo Glock vor dem Heimrennen seines Toyota-Rennstalls. Ausgerechnet bei diesem Grand Prix den ersten Sieg für den 2002 in die „Königsklasse“ eingestiegenen Rennstall zu holen, wäre ein Traum, meinte Glock. Realistisch sei dies aber nicht wirklich, so der Wersauer.

Neben Glock, Heidfeld und Nico Rosberg (Wiesbaden/Williams) nach seinem bisherigen Karriere-Highlight mit Rang zwei in Singapur wollen auch Sebastian Vettel (Heppenheim) und endlich auch wieder Adrian Sutil für positive Schlagzeilen sorgen. Vettel, dem im vergangenen Jahr ein Auffahrunfall in der Safety-Car-Phase in Podiumsposition liegend zum Verhängnis geworden war, dürfte auf dem Kurs in seinem Toro Rosso erneut um wichtige WM-Zähler mitstreiten können. Kollege Sutil, im Force India in diesem Jahr meist abgeschlagen, will sein Ergebnis vom vergangenen Jahr wiederholen. Auch wenn er den Punkt als Achter erst nachträglich am Grünen Tisch zuerkannt bekam.

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