Freier Tag für Riesch - Abschlusstraining abgesagt

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Schwäbische Zeitung

Val d'Isère (dpa) - Bei der Siegerehrung der Super-Kombination stand Mitfavoritin Maria Riesch als Vierte noch mit starrer Miene neben dem Siegerpodest, bei der Abfahrt würde sie als Außenseiterin gerne darauf stehen und über eine Medaille lächeln.

Dass die 24- jährige Partenkirchenerin wegen einer Absage des Abschlusstrainings um die letzte Übungsfahrt für den Ernstfall gebracht worden war, störte sie in ihrer Vorbereitung nicht. „Es ist nicht tragisch, dass das nicht stattfindet. Ich habe mir die Abfahrt in der Kombi gut angeschaut und das war ein gutes Training“, erklärte die zehnmalige Weltcup-Siegerin, die zur Halbzeit der alpinen Kombination auf dem vierten Rang gelegen hatte.

Während Gina Stechert (Oberstdorf) nach der Absage beim freien Skifahren noch ein paar Schwünge in den sonnigen Savoyen durch den Schnee zog und Viktoria Rebensburg (Kreuth) sich für den Riesenslalom am Donnerstag in Form bracht, bekam ihre Partenkirchener Nationalteam-Kollegin nach turbulenten Tagen Zeit zum Durchschnaufen. Nach Sturz und knapp verpasster Kombi-Medaille konnte die 24-Jährige den freien Tag auch gut gebrauchen; es bot sich für sie ein wenig Zeit, die körperlichen und seelischen Wunden etwas heilen zu lassen.

Um die Piste auf dem Solaise zu schonen, hatten die Verantwortlichen die Übungsfahrt abgesagt - kein Vor- oder Nachteil für irgendwen, „sondern für alle gleich“, wie Riesch befand. Bei den ersten Tests bzw. bei der Schussfahrt der Super-Kombination überzeugten vor allem die amerikanische Topfavoritin Lindsey Vonn, die beiden Österreicherin Andrea Fischbacher und Elisabeth Görgl, Marie Marchand-Arvier (Frankreich) sowie der 17-jährige Schweizer Teenie Lara Gut.

Abgeschrieben ist aber auch Riesch noch lange nicht. „Ich habe leichte Außenseiterchancen“, sagte die deutsche Medaillen-Hoffnung, die in der Niederlage vom Freitag Größte zeigte. Statt die Schuld beim Sturz, dem großen Druck oder sonst etwas zu suchen, betonte sie gleich, dass sie die Medaille mit dieser Vorstellung auch nicht verdient gehabt hätte.

Zwar fuhr Maria Riesch in der Kombination in ihrem insgesamt elften WM-Rennen mit dem vierten Platz beim Sieg von Kathrin Zettel (Österreich) ihr bestes Titelkampf-Ergebnis ein - aber die Medaille ist das erklärte Ziel. Mini-Chancen hat sie am Sonntag, spätestens beim Slalom am kommenden Sonntag soll dann aber endlich die schwarze Titelkampfserie reißen: Seit der Herren-Abfahrt von Samstag sind die deutschen Alpinen seit 50 Rennen ohne Einzel-Edelmetall bei einem Großereignis.

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