Freiburg hält Erstliga-Kurs - Rostocker genervt

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Deutsche Presse-Agentur

Mit Siegesgebrüll in der Kabine feierten die Zweitliga-Fußballer des SC Freiburg eine weiteren Schritt auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Im Schneegestöber von Rostock eroberte die ambitionierte Elf von Trainer Robin Dutt mit dem 3:1 (1:1) wieder den Platz an der Sonne.

„Der Sieg hat sicherlich die Stimmung in der Mannschaft nicht verschlechtert“, scherzte Tommy Bechmann nach dem dritten Sieg in Serie. Von solch einer Bilanz können die abstiegsbedrohten Hanseaten nur träumen: Von den vergangenen zwölf Ligaspielen gewannen die Norddeutschen nur eines. Die Konsequenz: Der Tabellen-16. droht von der 1. in die 3. Liga durchgereicht zu werden.

Solche Nöte sind dem SCF derzeit fremd. Durch Tore von Joker Witali Rodionow (64./75.) und Bechmann (3.) machten die Breisgauer den fünften Saison-Auswärtssieg perfekt. „Durch die Einwechslung von Rodionow waren wir praktisch genötigt, flache Bälle zu spielen. Das Ergebnis nehmen wir gerne mit“, sagte Freiburgs Trainer Dutt.

Hansa-Torwart Jörg Hahnel platzte dagegen fast der Kragen. „Solche Dämlichkeiten bei gegnerischen Standardsituationen nerven“, sagte der Keeper und brachte damit die schon fast chronische Abwehrschwäche bei ruhenden Bällen seines Teams auf den Punkt. Denn sechs der sieben Gegentore in der Rückserie kassierte Rostock nach Freistößen. Hahnel: „Da können wir noch so eine große Leidenschaft an den Tag legen. Mit solchen Dämlichkeiten bringen wir uns immer wieder um den Lohn.“ In die gleiche Kerbe schlug auch sein Teamkollege Bastian Oczipka: „Wir haben einen Plan gehabt, wie wir uns bei Standards verhalten wollten. Der ist nicht aufgegangen.“ Hansas Torschütze Mario Fillinger (15.) meinte: „Wir hatten eine feste Zuteilung. Ich weiß nicht, wer geschlafen hat. So kann es aber nicht weiter gehen.“

Nur noch ein Tor trennt Rostock von einem direkten Abstiegsplatz. Aufsichtsratschef Adalbert Skambraks wollte von Kritik an Eilts, unter dessen Regie Hansa nur eines von sieben Ligaspielen gewann, oder dem Vorstand nichts wissen. „Ich stehe 100 Prozent hinter dem Trainer und der sportlichen Leitung. Das Gerede von der 3. Liga geht mir auf den Wecker. Wir müssen die Abwehr besser organisieren. Eine Organisation scheint es nicht zu geben. Das kann der Trainer aber nicht alleine schaffen.“ Am Freitag wartet das Punktspiel in Mainz.

Freiburg empfängt am gleichen Tag den FC Augsburg. „Wir müssen aufpassen“, forderte Torschütze Bechmann, der den Grund für den Höhenflug „in der Klasse und der Breite des Kaders“ ausmachte. Etwas mehr ins Detail ging da sein Coach. Dutt: „Eine unserer Stärken sind die Standards. Julian Schuster bringt die Bälle immer gefährlich vor das Tor. Solche Situation stehen regelmäßig auf den Trainingsplan.“ Ähnliches kündigte auch Eilts an: „Bei Standards müssen wir einfach wachsamer und energischer auftreten.“ Ähnliche Thesen hatte er schon vor einer Woche ausgegeben - nur: Genützt hat es bislang nichts.

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