Franzose Joubert zum 3. Mal Europameister

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Deutsche Presse-Agentur

Der sprungstarke Ex-Weltmeister Brian Joubert hat zum dritten Mal den EM-Titel im Eiskunstlaufen gewonnen.

Der 24 Jahre alte Franzose setzte sich in Helsinki mit einer nicht ganz makellosen Kür zur Musik des Science-Fiction-Films „Matrix“ mit 232,01 Punkten vor Samuel Contesti aus Italien (220,92) und Kevin van der Perren aus Belgien (219,36) durch. Joubert, der sich sogar einen Sturz beim Flip erlauben konnte, kassierte ein Preisgeld von 20 000 Dollar (15 400 Euro) und gilt auch für die Welttitelkämpfe im März in Los Angeles als Mit-Favorit. An den Weltrekord von 258,33 Punkten des russischen Olympiasiegers Jewgeni Pluschenko kam aber keiner seiner Nachfolger auch nur annähernd heran.

Die Berliner Peter Liebers und Clemens Brummer verloren durch die Plätze 15 und 20 den zweiten Startplatz für die EM 2009 in Tallinn/Estland. Das einzige Ticket für die WM wird voraussichtlich bei einem Ausscheidungslaufen vergeben, an dem auch der ehemalige WM-Dritte Stefan Lindemann teilnehmen darf. Die Enttäuschung im Lager der Deutschen Eislauf-Union (DEU) war groß. „Die Nominierungskriterien für die WM lauteten ganz klar zwölfter Platz, das hat keiner erfüllt“, analysierte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf.

Der 20-jährige Liebers wollte unbedingt von Platz 14 nach dem Kurzprogramm in die Top Ten vorstoßen. Doch wieder einmal klappte der dreifache Axel nicht, nachdem er bei der Anfangskombination seiner asiatischen 4:30-Minuten-Darbietung mit dem Titel Ying und Yang strauchelte. Wegen des fehlenden Axels wollte er noch Punkte gutmachen und sprang den dritten dreifachen Toeloop - zwei sind nur erlaubt. „In meinem Eifer habe ich mich verkalkuliert“, gab der Berliner zu, der deshalb nur 170,85 Zähler bekam. „Ich verstehe das nicht, weil Peter sonst so klar denken kann“, sagte Trainerin Viola Striegler.

Ihr zweiter Läufer, der 22-jährige Brummer, gefiel mit seiner Tango-Kür zwar im Ausdruck, ein Sturz beim dreifachen Flip und einige verwackelte Sprünge verdarben aber den Gesamteindruck. Die 159,58 Punkte zeigten den großen Abstand zur Spitze. „Ich kann nicht zufrieden sein, dafür hatte ich zu viele Unsicherheiten“, sagte der aufgeregte Student, der sich von den 5000 Zuschauern in der Hartwall Arena beeindrucken ließ.

Zuvor hatten die deutschen Eistanz-Meister Carolina und Daniel Hermann bei ihrem Debüt mit einem schwungvollen Originaltanz zu Charleston-Klängen den 14. Platz bestätigt. Vom Preisgericht bekamen die Dortmunder Geschwister 74,15 Punkte. „Sie sind herzerfrischend und trotz ihrer Premiere gar nicht verkrampft“, sagte Dönsdorf.

Auf dem Weg zu ihrem ersten Titel sind die Russen Jana Chochlowa/Sergej Nowizki (37,43 Punkte) vor Federica Faiella/Massimo Scali (Italien/95,06) und Sinead und John Kerr aus Großbritannien (92,60). Die Titelverteidiger Oxana Domnina/Maxim Schabalin (Russland), die nach einem Sturz im Pflichttanz nur Fünfte waren, gaben wegen einer Knieverletzung von Schabalin auf.

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