Florschütz/Wustlich holen Silber bei Rodel-WM

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Deutsche Presse-Agentur

Ausgerechnet die Sorgenkinder André Florschütz und Torsten Wustlich haben den deutschen Rodlern einen fast perfekten Auftakt bei der Weltmeisterschaft in den USA beschert.

Nur 77 Tage nach der Bandscheiben-Operation bei Steuermann Florschütz mussten die Doppelsitzer-Titelverteidiger aus Friedrichroda und Oberwiesenthal in Lake Placid nur den siegreichen Italienern Gerhard Plankensteiner/Oswald Haselrieder den Vortritt lassen und holten Silber. „Ich war acht Wochen lahmgelegt, aber jetzt bin ich überglücklich“, sagte Steuermann Florschütz nach dem unerwarteten WM- Coup. Dritte wurden die Amerikaner Mark Grimmette/Brian Martin. Die anderen deutschen Doppel enttäuschten: Die Olympiasieger Patric Leitner und Alexander Resch wurden Fünfte, die WM-Zweiten Tobias Wendl/Tobias Arlt fuhren auf den siebten Rang.

Nach starker Vorbereitung hatten die Olympia-Zweiten von 2002 den herben Rückschlag der Bandscheiben-Operation hinnehmen müssen. Im November wurden wegen starker Schmerzen im Nacken von Florschütz zwei Titan-Platten eingesetzt. Ihre Rückkehr ins Weltcup-Geschehen konnten Florschütz/Wustlich erst vor drei Wochen beim Weltcup in Oberhof feiern. Trotz anhaltender Probleme am Start kamen die beiden Deutschen aber in den letzten Tagen vor dem Saisonhöhepunkt immer besser in Fahrt und feierten in ihrem erst dritten Rennen nach dem Comeback den unverhofften Medaillengewinn.

„Wir sind hier im Training elfmal gegen die Bande gefahren“, sagte Steuermann Florschütz nach dem zweiten Platz. „Das war die richtige Antwort.“ Verschmerzen konnte das deutsche Erfolgsduo nach dem Happy-End der schwierigen Saison, dass der vierte WM-Titel nach 2001, 2005 und 2008 knapp verpasst wurde. „Ich habe vorher gesagt, wenn wir Weltmeister werden, hören wir auf“, gestand Florschütz. „Im nächsten Jahr bei Olympia gibt es nun vielleicht noch eine Steigerung“, sagte Hintermann Wustlich.

Leitner/Resch verpassten auf der gefürchteten Eisrinne von Lake Placid den angestrebten perfekten WM-Abschied. Ein Jahr vor ihrem angekündigten Karriereende kamen die Bayern mit der Bahn vor allem im ersten Lauf nicht zurecht und konnten nicht in die Vergabe der Medaillen eingreifen. „Klar sind wir enttäuscht“, gestand Resch. „Im Training ist es richtig gut gelaufen, aber gleich der erste Lauf war total daneben.“ Das junge Duo Wendl/Arlt bezahlte auf der WM-Bahn Lehrgeld und landete im Mittelfeld.

Beim WM-Auftakt zeigte die unberechenbare Bahn bei eisigen Temperaturen einmal mehr ihr gefährliches Gesicht: Selbst die österreichischen Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger stürzten, auch andere Medaillenanwärter mussten ihre Träume frühzeitig begraben.

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