Flick – Mehr als nur der Sittich-Faktor

Hans-Dieter Flick sitzt, während er den Vertrag als neuer Bundestrainer unterschreibt. Mit ihm im Bild sind weitere 4 Männer.
HANDOUT - 25.05.2021, Hessen, Frankfurt am Main: Hans-Dieter Flick (2.v.l) sitzt, während er den Vertrag als neuer Bundestrainer unterzeichnet, neben Oliver Bierhoff, DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie, in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dahinter stehen Stephan Osnabrügge (l-r), DFB-Schatzmeister, Peter Peters, 1. DFB-Vizepraesident, und Rainer Koch, DFB-Vizepraesident. Flick erhält einen Vertrag bis zur Heim-Europameisterschaft 2024. Das erste große Turnier wird für Flick die WM im Spätherbst 2022 in Katar sein. (Foto: Vera Loitzsch)
VonFelix Alex

Da saßen und standen sie also, die DFB-Herren in ihren Versicherungsvertreter-Anzügen, aufgereiht zum obligatorischen Spatenstich- (pardon) Unterschriften-Foto und verkündeten das, was bereits Sekunden nach der Abschiedsankündigung von Joachim Löw ohnehin alle zu wissen sicher waren: Hansi Flick übernimmt auf der Kommandobrücke der Nationalmannschaft. All das Lamentieren und Herumgetänzel der folgenden Wochen hatte nicht ansatzweise den Eindruck erwecken können, dass jemand anderes als Sextuple-Flick der Auserwählte sein konnte. Denn auch ohne den anscheinend zwanghaften DFB-eigenen Wellensittich-Faktor einzurechnen, konnte auf Berti, Rudi, Klinsi und Jogi nur der Hansi folgen – und ja, Erich Ribbeck musste aus sprachästhetischen Gründen unter den Tisch fallen.

Der Zeitpunkt der Verkündung verhindert nun, dass Flick als Schattentrainer über der EM schwebt. Allen ist ohnehin klar: Er ist der perfekte Bundestrainer. Das hat er nicht zuletzt bereits in seiner ersten Co-Trainerkarriere im Adler-Dress bewiesen. Wie kein Zweiter schafft er es, die herausragenden Einzelkönner zu einem Team zu vereinen. Der Menschenfänger Flick, das hat er nicht zuletzt eindrucksvoll beim FC Bayern München zur Genüge gezeigt, kann streicheln und motivieren, die Köpfe erreichen und dadurch Großes vollbringen – das Fachliche kommt hinzu. Diese Fähigkeiten sind es, die für das höchste Fußballamt im Lande elementar sind: in kurzer Zeit aus dem gegebenen Spielerangebot das Optimale herausholen. Dass der Kern der Mannschaft auch nach der EM aus alten Wegbegleitern bestehen wird, macht es für den 56-Jährigen umso einfacher. Dass ein Flick krachend scheitert? Nahezu ausgeschlossen. So wird die bekannte Sicherheitsvariante zum Königsweg des Verbandes. Flick dürfte für sein zukünftiges Arbeiten zudem eines freuen: Die Zu- und Abgänge für seinen Kader bestimmt er allein.

f.alex@schwaebische.de

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Bilder nach dem schweren Unwetter

Schweres Unwetter fegt über Region Ehingen und Ulm

Mit voller Wucht hat ein schweres Unwetter am späten Montagabend die Region getroffen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Durch den Starkregen musste zwischen dem Beginn am Montagabend kurz vor 21 Uhr und Mitternacht im Stadtkreis Ulm und im Alb-Donau-Kreis mehr als 500 Einsätze abgearbeitet werden. Allein in Ehingen musste die Feuerwehr rund 60 Mal ausrücken. Auch im Landkreis Sigmaringen war die Feuerwehr im Einsatz.

Dellmensingen: Hagelkörner knallen auf die Straße +++ Gegen 20.

Eine Ärztin zeigt einen Test für das Coronavirus

Inzidenz in Lindau bleibt unter 50: Diese Corona-Regeln gelten ab Mittwoch

Im Landkreis Lindau gibt es keine neuen nachgewiesenen Corona-Infektionen. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Dienstag bei 28,1 und damit seit mehr als fünf Tagen unter 50. Ab Mittwoch gelten im Kreis wieder einige Lockerungen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich laut RKI 3.439 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 63 Menschen sind gestorben. Nur fünf andere Landkreise in Deutschland haben aktuell noch höhere Sieben-Tage-Inzidenzen als der Landkreis Lindau.

Rettungsring im Freibad

81-Jähriger stirbt bei Badeunfall - Kinder-Rettungsring sollte ihn sichern

Ein 81-jähriger Urlauber ist beim Baden im Bodensee gestorben. Laut Polizei ging der Mann am Montagnachmittag in Hagnau ins Wasser. Nach etwa 45 Minuten sei nur noch sein Rettungsring gefunden worden.

Weil der Mann laut Polizei ein schlechter Schwimmer war, wollte er sich mit einem Schwimmring für Kinder sichern. Ersthelfer fanden den Mann leblos fünf Meter vom Ufer entfernt in zwei Metern Tiefe. Sie konnten ihn bergen, die Reanimationsversuche blieben aber erfolglos.

Mehr Themen