FIS-Präsident Kasper optimistisch für WM 2011

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Deutsche Presse-Agentur

Der Internationale Skiverband FIS hat hohe Erwartungen für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen und hält große Stücke auf die Kandidatur Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018.

„Ich erwarte sehr viel von der WM in Garmisch, wir sind sehr optimistisch“, sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande der WM im französischen Val d'Isère. „Ich glaube, dass Garmisch die richtigen Leute hat und dass die deutsche Perfektion sich durchsetzen wird.“ Die Münchner Olympia-Bewerbung bezeichnete Kasper als „hervorragend“ und bescheinigte ihr „eine gute Ausgangslage“.

Als hilfreiches Signal könnten sich mit Blick auf die ambitionierten Pläne des Deutschen Skiverbandes (DSV) auch Medaillen-Gewinne deutscher Athleten erweisen, die seit 2001 bei Weltmeisterschaften ohne Einzel-Edelmetall sind. „Das wäre natürlich gut“, sagte Kasper. „Nicht nur für die WM 2011 in Garmisch, sondern generell für den Skisport. Denn Deutschland ist der Marktführer im Skisport.“

Nachdem die Vorbereitungen für die Welttitelkämpfe in Val d'Isère von einer Führungskrise des Organisationskomitees etwa zweieinhalb Jahre vor WM-Beginn und Verzögerungen beim Bau des Pressezentrums überschattet worden waren, lobte Kasper die Planungsdisziplin der kommenden WM-Gastgeber. „Soweit ich es von allen Seiten höre, sind die Vorbereitungen gut gelaufen, fast alle notwendigen Bauten sind soweit.“ Mit der neu gestalteten Kandahar und dem Gudiberg seien auch aus sportlicher Sicht die Voraussetzungen gut. „Die Testevents haben gezeigt, dass die Pisten auch sehr anspruchsvoll sind“, sagte Kasper.

Gute Voraussetzungen, Damen und Herren aller olympischen Wintersport-Disziplinen zu empfangen, haben laut Kasper München und seine nahe gelegenen Partnerstädte bei der Kandidatur für die Winterspiele 2018. „München - Garmisch ist ja wirklich keine Entfernung und es gibt auch die richtigen Verbindungswege, Autobahn etc.“, betonte Kasper. Als starkes Pfund, mit dem die deutsche Kandidatur wuchern könne, bezeichnete der 65-Jährige zudem die weitere für ein Großereignis notwendige Infrastruktur. „München hat auch die ganze Hotelkapazität für Sponsoren, VIPs und so weiter, wie man es für Olympia braucht“, schwärmte Kasper. „Und dazu kommt, dass München die Erfahrung mit den Ski-Wettbewerben in Garmisch und auch mit der Bobbahn in Königssee hat - da gibt es ja nichts Besseres. Die neuen Schanzen und, und, und.“

Als charismatische WM bezeichnete der seit 1998 im Amt befindliche FIS-Chef die am Sonntag zu Ende gehenden 40. alpinen Titelkämpfe in Val d'Isère. Neben den anspruchsvollen und viel diskutierten Pisten trägt vor allem die „lockere“ französische Art und die dank des Konzepts mit nur einem Euro Eintritt großen Zuschauerzahlen zum Flair der Veranstaltung in den Savoyer Alpen bei. „Bei der Herren-Abfahrt waren es fast 29 000, das ist mehr als bei Olympischen Spielen - das ist mehr als nur erstaunlich“, sagte Kasper.

Die nach den wetterbedingten Terminschwierigkeiten von Trainern geäußerte Kritik, die FIS benachteilige bei Doppelveranstaltungen wie zuletzt beim Weltcup in Garmisch die Damen, wies der Schweizer zurück. Nicht nur aus finanziellen Gründen, „auch auf Druck des Fernsehens“, hätten Herren-Wettkämpfe Priorität, wenn es um Verschiebungen oder Absagen ginge. „Ansonsten sind Damen und Herren bei uns auf der gleichen Ebene.“ Die FIS würde sich sogar „freuen, wenn wir Damen und Herren öfter zusammen hätten“. Dies sei aber wegen deutlich höherer Fernsehproduktionskosten unrealitstisch: „Das kann sich fast kein Ort im Weltcup leisten.“

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