FIFA und UEFA lehnen Anti-Doping-Meldesystem ab

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Deutsche Presse-Agentur

FIFA und UEFA haben sich erneut kategorisch gegen das neue Anti-Doping-Meldesystem ausgesprochen. Das betonten die internationalen Fußballverbände in einer schriftlichen Erklärung im Anschluss an eine UEFA-Exekutivsitzung am Dienstag.

„Die führenden Organe von FIFA und UEFA lehnen die Haltung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zur Meldepflicht und speziell zur genauen Nennung der Aufenthaltsorte von Mannschaftssportlern ab“, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Fußball-Profis müssen seit Beginn des Jahres ihre Aufenthaltsorte für mögliche Dopingproben fortlaufend drei Monate im Voraus angeben. Diese Regelung war auch vom deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack als unverhältnismäßig kritisiert worden. „Der Zweck ist positiv. Aber es wird teilweise massiv ins Privatleben eingegriffen“, hatte Ballack im Februar von seinen Erfahrungen mit dem Computer gestützten System berichtet. „Es stößt hier und da auf Unverständnis. Es ist auf jeden Fall kritisch zu sehen“, sagte Ballack.

FIFA und UEFA betonten die „fundamentalen Unterschiede“ zwischen Individualsportlern, die alleine trainieren, und Teamathleten, die „an sechs von sieben Tagen der Woche im Stadion präsent sind“ und dadurch leicht zu erreichen seien. Das individuelle Meldesystem solle daher für Teamsportler durch ein Mannschafts-Meldesystem ersetzt werden, von dem nur gesperrte oder verletzte Spieler ausgenommen seien. Während der Saisonpause sollten Fußballer in ihrer „kurzen Urlaubsphase“ grundsätzlich nicht den Meldeauflagen unterliegen.

„Schlussendlich wollen FIFA und UEFA die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass politisch und juristisch die Rechtmäßigkeit des fehlenden Respekts für das Privatleben der Spieler, das eine fundamentale individuelle Freiheit bedeutet, hinterfragt werden kann“, hieß es in der Erklärung. Zwischen 25 000 und 30 000 Dopingtests pro Jahr belegten, dass der Anti-Doping-Kampf im Fußball mit aller Konsequenz betrieben werde. Im „Geiste des gemeinsamen Kampfes gegen Doping“ werde die WADA aufgefordert, die neue Regelung zu überdenken.

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