Felix Loch verteidigt WM-Titel - Eichhorn Fünfter

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Jahr nach seinem Sensationssieg von Oberhof hat Felix Loch bei den Weltmeisterschaften in den USA seinen Titel verteidigt und den deutschen Rodler den ersehnten WM-Coup beschert.

Mit einer glänzenden Vorstellung kam das erst 19 Jahre alte Ausnahmetalent auch mit der gefürchteten Eisrinne von Lake Placid am besten zurecht und verwies den italienischen Routinier Armin Zöggeler auf den zweiten Platz. „Ich bin an die WM mit gutem Mut und zwei sauberen Läufen herangegangen“, beschrieb der Berchtesgadener sein Erfolgsrezept für den zweiten WM-Triumph. Für die deutschen Männer war es bereits der dritte WM-Titel in Serie.

Einen Tag nach der überraschenden WM-Niederlage der deutschen Frauen betrieb Loch im kurvenreichen Eis-Labyrinth in den Adirondack- Bergen erfolgreiche Schadensbegrenzung. Im ersten Lauf brachte die Zukunftshoffnung eine Traumfahrt nach unten und legte mit Bahnrekord den Grundstein für den Erfolg. „Das war ganz große Klasse“, meinte selbst der frühere Bundestrainer Thomas Schwab erstaunt. Auch im entscheidenden Lauf zeigte Loch keine Nerven und verhinderte Zöggelers sechsten WM-Sieg am Ende mit deutlichem Vorsprung.

Hinter Loch und Zöggeler fuhr der junge Österreicher Daniel Pfister auf den dritten Platz vor. Der Oberhofer Jan Eichhorn, der nach dem ersten Lauf noch aussichtsreich auf dem Bronze-Platz gelegen hatte, fiel im zweiten Durchgang auf den fünften Rang zurück. „Das ist schon ärgerlich“, sagte der WM-Dritte von 2007 hinterher.

Erstmals ohne WM-Medaille blieb der zweimalige Weltmeister David Möller als Siebter. Vor drei Wochen hatte der Thüringer im Krafttraining einen Kreuzbandriss im Knie erlitten und verfehlte nach seinen WM-Siegen 2004 und 2007 sowie Silber 2008 und Bronze 2005 die Podestplätze. „Ich habe mich heute nicht so richtig wohl auf dem Schlitten gefühlt. Aber ich trage es mit Fassung“, so der 27-Jährige.

Bereits am ersten Tag der Titelkämpfe in Lake Placid hatten die Deutschen zwei Medaillen geholt. Nur 77 Tage nach seiner Bandscheiben-Operation holte Doppelsitzer-Steuermann André Florschütz zusammen mit Partner Torsten Wustlich Silber.

Lange Gesichter gab es dagegen bei den deutschen Frauen: Nach 99 Siegen bei interkontinentalen Rennen riss für die Athletinnen von Bundestrainer Norbert Loch die seit 14 Jahren anhaltende WM- Siegesserie. Europameisterin Natalie Geisenberger konnte als einzige des deutschen Quartetts als Zweite hinter Sensationssiegerin Erin Hamlin aus den USA überzeugen. Seriensiegerin Tatjana Hüfner kam mit der schweren Eisrinne einmal mehr nicht zurecht und hatte als abgeschlagene Sechste mit der Medaillenvergabe nichts zu tun.

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