Federer und Djokovic in Melbourne im Achtelfinale

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Deutsche Presse-Agentur

Auf dem Weg zu seinem 14. Grand-Slam-Titel kam Roger Federer gegen den früheren Weltranglisten-Ersten Marat Safin nur kurz ins Straucheln.

Im dritten Satz musste der 27 Jahre alte Tennis-Ausnahmekönner aus der Schweiz in den Tiebreak, zeigte sich dort aber nervenstärker als der russische Heißsporn. „Ich wusste, wie gefährlich er ist. Umso schöner ist es, einen großartigen Spieler wie ihn in drei Sätzen zu schlagen“, sagte Federer nach dem 10. Sieg im 13. Duell mit dem nimmermüden Safin. Am Ende der „night session“ leuchtete also ein 6:3, 6:2, 7:6 (7:5) von der Anzeigetafel in der voll besetzten Rod Laver Arena.

111 Minuten brauchte der dreimalige Australian-Open-Sieger, um den Champion von 2005 zu bezwingen und in das Achtelfinale einzuziehen. Dort wartet wie im Vorjahr der Tscheche Tomas Berdych auf den Weltranglisten-Zweiten. „Jetzt hoffe ich, dass es gegen ihn genauso gut läuft“, sagte Federer mit Blick auf seine Achtelfinal-Aufgabe.

In der Damen-Konkurrenz erwischte es einen Tag nach Wimbledon-Siegerin Venus Williams aus den USA die nächste Mitfavoritin auf den Daphne Akhurst Memorial Cup. Die Vorjahresfinalistin und French-Open-Gewinnerin Ana Ivanovic aus Serbien musste sich überraschend der Russin Alissa Klejbanowa mit 5:7, 7:6 (7:5), 2:6 geschlagen geben.

Überschattet wurde der fünfte Turniertag von Ausschreitungen zwischen serbischen und bosnischen Fans. Nach der Partie zwischen dem serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic und dem in Bosnien geborenen Amerikaner Amer Delic gingen zwischen 20 und 30 Menschen aufeinander los. Zu direkten Handgreiflichkeiten kam es dabei nicht. „Sie haben sich mit Stühlen beworfen“, sagte Polizei-Inspektor Chris Duthie. Eine Frau wurde von einem Stuhl am Kopf getroffen und leicht verletzt. 30 Menschen wurden laut Polizei der Anlage verwiesen.

Djokovic schaffte beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres gegen Delic ebenso den Sprung unter die letzten 16 wie der Amerikaner Andy Roddick. Als letzter verbliebener deutscher Crack hofft Thomas Haas auf das Achtelfinale. Der 30 Jahre alte Routinier fieberte am Abend in seinem Hotelzimmer dem Duell mit dem Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal entgegen.

„Ich werde es genießen, da draußen gegen Nadal“, sagte er. „Ich habe hier schon ein paar gute Spiele gemacht, wahrscheinlich die besten in meiner Grand-Slam-Karriere.“ Gegen Nadal wartet allerdings eine Herkulesaufgabe auf den den Wahl-Amerikaner. Dennoch sehnt Haas den großen Moment herbei, wenn er am Abend, zur besten Sendezeit in Australien, in die Rod Laver Arena marschieren darf. „Es ist ein Lichtblick, dass er wieder spielt und dass es bisher so gut läuft für ihn“, sagte Davis-Cup-Chef Patrik Kühnen am Freitag in Melbourne.

Dreimal stand Haas in Australien im Halbfinale - auch bei seinem letzten Auftritt vor zwei Jahren. „Es wäre schön, wenn Tommy der Nummer eins das Leben ein bisschen schwer machen würde“, sagte Kühnen. „Er ist heiß, gegen Nadal zu spielen und hat nichts zu verlieren.“ Der Spanier, der bislang alle drei Partien gegen Haas gewinnen konnte, scheint gewappnet. „Er ist ein großer, ein gefährlicher Spieler. Ich habe Riesenrespekt vor ihm. Auch weil er sich nach jeder Verletzung wieder zurückgekämpft hat“, sagte Nadal.

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