FC Memmingen muss um Klassenerhalt bangen

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Trainer Stephan Baierl muss mit dem FC Memmingen um den Klassenerhalt zittern.
Trainer Stephan Baierl muss mit dem FC Memmingen um den Klassenerhalt zittern. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Der traditionsreiche FC Memmingen schwebt in der Fußball-Regionalliga Bayern weiter in akuter Abstiegsgefahr. Beim abgeschlagenen Schlusslicht FC Unterföhring kam der Tabellenvorletzte am Mittwoch nicht über ein 1:1 hinaus, war sogar lange auf der Verliererstraße. „Wir sind selbst schuld. Zur Halbzeit hätten wir schon 3:0 führen müssen“, sagte Trainer Stephan Baierl nach dem enttäuschenden Ergebnis.

Seit 1. Januar ist der 41-jährige Baierl für die erste Mannschaft des FCM verantwortlich. Nach der Entlassung von Stefan Anderl Ende September hatte sich Memmingen lange Zeit gelassen, einen Nachfolger zu präsentieren. In Baierl fand der Verein um den Sportlichen Leiter Bernd Kunze, der zwischenzeitlich das Training leitete, einen prominenten Nachfolger für Anderl, dem voll und ganz zugetraut wurde, Memmingen wieder Selbstbewusstsein einzuhauchen und in sichere Tabellenregionen zu führen. Das hat bis heute nicht funktioniert: Weiterhin ist der FCM auf dem vorletzten Tabellenplatz, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt aber nur einen Punkt beträgt.

Punktgewinn gegen FC Bayern II

Gegen Unterföhring stand die Mannschaft zwischenzeitlich am Rande einer Niederlage. Nachdem der FCM eine ganze Reihe bester Chancen ausgelassen hatte, traf Unterföhring nach einem Konter durch Olwa Luta in der 58. Minute zum 1:0. Ein verwandelter Foulelfmeter des in der Winterpause vom FV Ravensburg nach Memmingen gewechselten Burak Coban (75.) bescherte den Memmingern wenigstens einen Punkt.

Dass sie auf höchstem Niveau in dieser Liga mithalten können, hatten sie am Ostermontag bewiesen, als sie dem Tabellenzweiten FC Bayern München II im Memminger Stadion ein 0:0 abtrotzten. Das wichtige Spiel beim FC Augsburg II war dagegen Mitte der vergangenen Woche 0:1 verloren gegangen. Drei Spiele, zwei Punkte – um sich aus der unteren Tabellenregion herauszuarbeiten, ist das etwas wenig.

Nun hat der FC Memmingen ein Wochenende, um durchzuschnaufen und sich etwas zu erholen. Trainiert wird natürlich trotzdem, nicht zuletzt deshalb, weil es für Baierl und seine Mannschaft am Dienstag im bayerischen Pokal-Halbfinale beim FC Schweinfurt weitergeht. „Wir sind so weit gekommen, jetzt wollen wir auch den letzten Schritt ins Finale machen“, sagt Baierl. Obwohl der Fokus natürlich auf dem Klassenerhalt liegt, will er das Spiel beim favorisierten Tabellenfünften der Regionalliga keineswegs abschenken.

Minimalziel Rang 17

So richtig wichtig wird es dann aber am Wochenende danach, wenn der FC Memmingen den direkten Konkurrenten SpVgg Bayreuth empfängt. Es wird eines von fünf Heimspielen der Restsaison sein, nur noch drei Aufgaben stehen auswärts an. Diesen Vorteil will Baierl nutzen. „Unser Minimalziel ist ganz klar Platz 17“, sagt er mit einem realistischen Blick auf die Tabelle. Dieser würde zur Relegation gegen einen Oberligisten berechtigen.

Dass das nicht einfach wird, weiß Baierl. Der Kader bestehe aus vielen jungen Spielern, die vergangene Saison noch U19 gespielt hätten. Keiner habe bisher eine ähnliche Situation wie die aktuelle erlebt. „Das ist eine große Last“, sagt Baierl. Umso dankbarer ist er dafür, dass der aus Ravensburg gekommene Burak Coban gleich die Leistung abgeliefert hat, die Baierl von ihm erwartete. „Ich habe ihn schon in Ulm trainiert, deshalb wusste ich, was er kann“, lobt der FCM-Trainer.

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