FC Bayern mit 5:0-Taktik zur Bundesliga-Revanche

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Deutsche Presse-Agentur

Mit der 5:0-Taktik zur 2:5-Revanche: Nach dem Feiertag auf der Champions-League-Bühne sollen Franck Ribèry & Co. dem FC Bayern München endlich auch im Liga-Alltag wieder Fußball-Feststunden bescheren.

„Die ganze Mannschaft hat den Spaß wiedergewonnen“, sagte Ribéry in München und setzt trotz seines eigenen stetigen Offensivdrangs vor allem auf den Faktor Sicherheit. „Es ist sehr wichtig, kompakt zu sein und zusammenzustehen. Das haben wir in Lissabon gezeigt und es hat gut funktioniert.“ Sowohl die eigene Mannschaft als auch der sonntägliche Gegner Werder Bremen, da waren sich der Franzose und Miroslav Klose einig, werden nach den Europa-Erfolgen im Liga-Krisenduell mit viel Schwung aufeinandertreffen.

Trainer Jürgen Klinsmann hatte schon gleich nach der Rückkehr vom Achtelfinal-Hinspielsieg bei Sporting Lissabon (5:0) das Nord-Süd-Derby ins Visier genommen. „Wir haben ein bisschen was verbockt in der Bundesliga. Wir haben Nachholbedarf“, sagte der Bayern-Coach und spielte die Bedeutung der 2:5-Hinspielschmach damals zum Oktoberfest-Auftakt herunter. „Wir haben zwei Möglichkeiten: Das Ergebnis vom 2:5 an die Wand in der Kabine hängen oder die Tabelle“, meinte der 44-Jährige scherzhaft. Doch das Ergebnis wurmt die Münchner schon noch. „Das spielt schon eine Rolle, aber das wird ein ganz anderes Spiel“, versprach Klose.

Nach dem praktisch sicheren Viertelfinal-Einzug war gute Laune bei den Münchnern angesagt, in der Bundesliga ist aber schon lange Schluss mit lustig. Ein Sieg, drei Niederlagen - so die ernüchternde Rückrunden-Bilanz. Nur der fehlenden Konstanz der Konkurrenz haben es die Bayern zu verdanken, dass sie mit „nur“ vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Hamburger SV in den 22. Spieltag starten. „Vier Punkte sind nicht wenig, aber auch nicht zu viel“, sagte Klose. „Wir sind in allen drei Wettbewerben mit bei der Musik“, stellte Klinsmann klar. „Aber die Ausgangsposition ist klar: Wir müssen in der Bundesliga nachlegen.“

Auch Werder ist in der Liga als Tabellenelfter mehr denn je gefordert. Noch kein Sieg nach der Winterpause, aber dafür das UEFA- Pokal-Wunder von Mailand, wo ein 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 umgewandelt und das Weiterkommen perfekt gemacht wurde. Bremer und Bayern sind in diesen Tagen ähnlich unberechenbar wie der Kapitalmarkt. „Die Mannschaft hat schon so viele Gesichter gezeigt, dass man sich keine Prognosen mehr zutraut“, sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer, der gespannt ist, ob die in Portugal dargebotene Balance zwischen Offensive und Defensive wieder hergestellt ist.

Dieses Auf und Ab soll ein Ende haben - dank einer „Die-Null-muss-stehen“-Ausrichtung. „So muss es auch in Zukunft aussehen“, sagte Philipp Lahm, der zuvor eine zu forsche Formation beklagt hatte. Dass die Umorientierung weg vom Sturm und Drang von der Mannschaft ohne Abstimmung mit dem Trainer gekommen sein soll, verwies Klose ins Reich der Fabel. „Wir waren uns alle einige, dass wir den Wert erstmal auf die Defensive legen müssen, weil wir zu viele einfache Tore gefangen haben.“ Davon habe man auch nicht - den als Offensiv- Verfechter bekannten Trainer - Klinsmann überzeugen müssen.

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