FC Bayern im Schongang zum 28. Titel

Lesedauer: 5 Min
Meisterjubel
Die Bayern-Spieler um Torschütze Corentin Tolisso (l) feiern in Augsburg die vorzeitige Meisterschaft. (Foto: Sven Hoppe / DPA)
Schwäbische Zeitung

Go-Pro-Kameras an Weißbiergläsern und Meister-T-Shirts hatte Trainer Jupp Heynckes seinen Spielern vorab verboten, doch um eine kleine Feier zur 28. Meisterschaft kam das Trainer-Urgestein dann doch nicht herum.

Als es soweit war, der Schiedsrichter abpfiff, stürmten seine Spieler auf ihn zu, rissen die Arme gen Himmel und ließen ihrer Freude einfach nur freien Lauf. Das 1:4 (1:2) gegen den FC Augsburg war zwar von einem Glanzauftritt weit entfernt, doch reichte auch die Halbe Stärke für einen Sieg und den damit verbundenen auch rechnerisch sicheren Gewinn der sechsten Meisterschaft in Reihe.

Ein Glas Sekt und eine kleine Party 

Doch mehr als ein Glas Sekt und eine kleine Party am Abend dürfte es nicht geben, steht am Mittwoch doch bereits das nächste große Spiel um den Einzug ins Halbfinale der Champions League gegen den FC Sevilla in der heimischen Allianz-Arena an. Doch all das zählte in diesem Moment des glanzlosen Sieges nur wenig und war auch zweitrangig - erstrangig, das war der Titel. Und dem sollen in dieser Saison noch einige folgen.

Und der FCA? Dass die Fuggerstädter auf dem Weg zur Meisterschaft nicht nur Spalier stehen wollten, hatten sie bereits im Vorfeld angekündigt und setzten von Beginn an auf Aktion statt Reaktion. Gegen die vermeintliche B-Elf der Bayern (mit Rafinha, Bernat, Sandro Wagner und Tolisso) ging das Team von Trainer Manuel Baum direkt drauf, stand hoch, presste früh und kam gegen anfangs nichts gerade vor Offensivdrang sprühende Münchener durch Philipp Max (16.) und Caiuby zu guten Tormöglichkeiten.

Der FCA als Spielverderber

Und in der 18. Spielminute war es dann wirklich so weit, brachte sich der FCA als Spielverderber in Stellung. Cordova stört einen Pass von Jerome Boateng und steht plötzlich frei vor Torhüter Sven Ulreich, zimmert drauf, doch Ulreich ist zur Stelle, pariert mit dem Fuß, lenkt die Kugel aber von dort mit voller Wucht ins Gesicht von Bayerns Innenverteidiger Niklas Süle, von wo der Ball seinen Weg ins Tor findet.

Der Ausgleich: Nicht gerade verdient

Und wer nun ein wütendes Anrennen der designierten Meister erwartet hatte, wurde enttäuscht. Augsburg blieb am Drücker und setzt nach, wollte mehr. Doch weil der FC Bayern nun einmal der FC Bayern München ist, hielt die Augsburger Freude nur knappe 13 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt nicht gerade verdient, nickte Correntin Tolisso (32.) eine Flanke von Joshua Kimmich vollkommen frei stehend im Strafraum zum Ausgleich ein. Nun war der Rekordmeister geweckt und drehte auf.

Aus dem zerfahrenen Spiel wurde ein besseres. Einzelaktionen funktionierten nun, Arjen Robben und Kimmich zeigten ihre Technik und so brachte James Rodriguez in der 38. Minute die Bayern-Welt wieder in Ordnung. Robben, Kimmich, Bernat, James, Tor! So einfach kann es sein. Fortan hallten „Deutscher Meister wird nur der FCB“-Gesangseinlagen durch das Stadion und dass es an diesem Tag schon soweit sein sollte, daran ließen die Akteure anschließend keinen Zweifel mehr, schon gar nicht, als Robben (62.) und Wagner (87.) zum Endstand erhöhten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen