FC Bayern erhöht Druck auf Klinsmann

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Deutsche Presse-Agentur

Nach schwachem Start schaffte Jürgen Klinsmann im alten Jahr die Trendwende, im Fußball-Jahr 2009 zählen für den neuen Bayern-Trainer aber nur noch Titel.

„Jürgen ist auf einem sehr guten Weg, aber ohne Frage wird beim FC Bayern alles am Erfolg gemessen und natürlich an Titeln“, setzte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Fußball-Meister FC Bayern München seinen prominentesten Angestellten in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ unter Druck. „Wir müssen jetzt ernten, und das heißt: nachlegen, nicht nachlassen“, erinnerte Rummenigge Klinsmann und dessen Starensemble vor dem Anpfiff des Fußball-Jahres 2009 am Dienstag im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart eindringlich.

Nur Zweiter ist der Rekordmeister zur Bundesliga-Halbzeit hinter dem Überraschungsteam von 1899 Hoffenheim, doch wieder einmal sieht die gesamte Konkurrenz den FC Bayern als künftigen Meister. Von verfrühten Komplimenten will Rummenigge jedoch nichts wissen. „Wir wissen, dass wir 17 stabile Spiele brauchen, um Meister zu werden.“ Als einen der Hauptkonkurrenten sieht der Bayern-Chef trotz des langen Ausfalls von Torjäger Vedad Ibisevic auch weiterhin Aufsteiger Hoffenheim an. „Natürlich wollen die Meister werden! Sie machen eben auf Understatement, das würde ich an ihrer Stelle auch tun“, sagte Rummenigge. „Aber ich bin überzeugt, dass sich die Hoffenheimer oben etablieren und ein dauerhafter Konkurrent von uns bleiben werden.“

Die Bayern-Vorbereitung auf die Rückrunde lief fast perfekt, als einer ihrer Gewinner kann sich bisher Neuzugang Landon Donovan fühlen. Der US-Amerikaner war mit vier Treffern in fünf Vorbereitungsspielen erfolgreichster Bayern-Torjäger. „Aber nun kommen erst die ernsthaften Spiele, da muss ich treffen“, weiß der 26-Jährige, der länger als nur bis Mitte März in München bleiben will. „Tatsache ist, dass er sehr torgefährlich ist“, kommentierte Manager Uli Hoeneß die Auftritte des US-Nationalspielers. „Jetzt müssen wir mal sehen, wie er in den wichtigen Spielen auftritt.“

Weiterhin überzeugt sind die Bayern von den Qualitäten des Ukrainers Anatoli Timoschtschuk, der zur neuen Saison kommen soll. „Ich bin optimistisch, dass wir da einen Transfer zum Sommer hinkriegen“, sagte Rummenigge. Ansonsten seien aber keine großen personellen Änderungen angedacht. „Grundsätzlich gilt, dass wir schon jetzt eine Klassemannschaft haben.“

Gegen zu hohe Ausgaben spricht auch die grassierende Finanzkrise. „Ich höre, dass es es nicht nur in England, sondern auch in Spanien und Italien ganz massive Probleme gibt - weniger bei den absoluten Topclubs, aber eine Stufe darunter“, erklärte Rummenigge. „Es scheint zahlreiche Clubs zu geben, die ernsthaft bankrott gefährdet sind.“ Für Manager Hoeneß geht es „wirklich ans Eingemachte“ im internationalen Fußball. In nur sechs Monaten werde sich die Fußball-Welt, „was die Besitzverhältnisse bei den Clubs anbelangt, ziemlich verändert haben“, prognostizierte Hoeneß im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Die Bundesliga sieht der Manager als gerüstet an. „Im Verhältnis zu anderen Ligen ist sie gut finanziert“, sagte Hoeneß. Rummenigge sieht auch seinen Verein gewappnet. „Stand jetzt sehe ich keine Finanzkrise auf den FC Bayern zukommen. Aber in turbulenten Tagen kann niemand sagen, wie es übermorgen aussieht.“

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